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P.T. MAGAZIN 03/2013

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

120 Prognose zur

120 Prognose zur Entwicklung des Anteils von Stadt- und Landbewohnern in Deutschland in den Jahren 1990 bis 2050 Wirtschaft 100 80 60 40 20 0 1990 2000 2010 2020 2030 2040 2050 Nichtstadtbewohner Die Haupthandlungsfelder Die Probleme und Chancen, die wir in Zusammenhang mit der steigenden Urbanisierung beachten müssen, lassen sich grob in sieben Punkten zusammenfassen: Ressourcenverbrauch: Unsere auf Wachstum ausgelegte Marktwirtschaft wie auch die Siedlungspolitik stoßen an ihre Grenzen. So werden in Deutschland Stadtbewohner (Grafik: empirica; OC&C; United Nations; Statista) beispielsweise jeden Tag 130 Hektar Fläche für Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt, und das, obwohl die Bevölkerungszahl mittlerweile abnimmt. Energiewende: Im Jahr 2011 beschloss die deutsche Bundesregierung den Ausstieg aus der Kernenergie und einen langfristigen Umstieg auf eine hauptsächlich erneuerbare Energieversorgung. Diese Energiewende wird massiven Einfluss auf deutsche Städte und Kommunen haben, vor allem, weil damit in großen Teilen Abschied genommen wird von den großen, zentralen Strukturen der Energieversorgung. Was hier vorgelebt wird, dürfte in wenigen Jahren auch im Rest der Welt das Ziel sein. Mobilität: Die Zeit ist reif für elektrische Antriebe. Nachdem das mit fossilen Kraftstoffen betriebene Automobil die Stadtentwicklung des letzten Jahrhunderts dominiert hat, gilt es nun, Technologie und Infrastruktur so umzubauen und bestehende Möglichkeiten so zu erweitern, dass eine nachhaltige Mobilität mit mehr Lebensqualität für die Menschen möglich wird. Denn der Verkehr in den Millionenstädten nimmt rasant zu, manche stehen kurz vor dem Kollaps. Das liegt auch an der unvorstellbar hohen Bevölkerungsdichte mancher Cities: So lebten in Hongkong im Jahr 2006 im Durchschnitt 15.920 Personen auf einem Quadratkilometer, in ihrem Stadtteil Kowloon sogar 43.030 Personen. Zum Vergleich: In Berlin wohnen etwa 2.000 Menschen pro Quadratkilometer. Demographie: Das Durchschnittsalter der Bevölkerung nimmt hierzulande und in anderen Industrieländern immer weiter zu, das heißt, immer mehr alte Menschen werden weniger jungen gegenüberstehen. Diese Entwicklung zwingt zu innovativen Versorgungskonzepten gerade für ältere Mitbürger sowie zu neuen und umfassenderen Dienstleistungen, auch im Gesundheitsbereich. Klimawandel: Städte sind heute für etwa 80 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich. Hier liegen noch große Potenziale zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und damit zur Klimabilanz. Erste Ansätze zu einer Verbesserung lassen sich bereits ablesen. Bürgerbeteiligung: Die Proteste um Stuttgart 21 haben die Politik wachgerüttelt: Sie haben gezeigt, dass klassische Planungsmechanismen und -instrumente oft nicht mehr gesellschaftsfähig sind und an den Bedürfnissen der Menschen vorbeigehen. Information und Kommunikation: In „Smart Cities“ sollten die vorhandenen Zum Buch n Hans-Jörg Bullinger, Brigitte Röthlein: Morgenstadt - Wie wir morgen leben: Lösungen für das urbane Leben der Zukunft. Hanser Verlag, € 24,90, ISBN 978- 3-446-43203-1 Möglichkeiten im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung ausgebaut werden. Der Gegenentwurf zu diesen Fehlentwicklungen ist die Morgenstadt. In diesem Zukunftsmodell erzeugen Stadtviertel Strom und Wärme selbst, dienen Elektroautos gleichzeitig als Stromspeicher und wohnen Menschen in intelligenten Häusern, die für Komfort und Sicherheit garantieren. Deutschland kann die Vorreiterrolle für eine ökologisch verträgliche, nachhaltige Urbanisierung übernehmen. Professor Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, und Wissenschaftsautorin Brigitte Röthlein präsentieren Denkanstöße für alle, die die Zukunft unserer Städte mit gestalten möchten. n

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