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P.T. MAGAZIN 03/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Wirtschaft Mittelstand

Wirtschaft Mittelstand verpflichtet Plädoyer zur Rückbesinnung auf eine alte Tugend (Foto: Cay von Fournier) sind geprägt durch die Katastrophen, denen sie sich stellen mussten: Äußere Katastrophen wie die beiden Weltkriege, und innere wie den plötzlichen Tod der Unternehmenslenker. Jedes Mal sind die Unternehmerfamilien zusammengerückt, haben sich auf ihre unternehmerischen Tugenden und Pflichten besonnen – und haben weiter gemacht. Mit großem Erfolg. Es waren diese Katastrophen, durch die sie sich bewusst auf den Spannungsfeldern verortet haben, die im Hintergrund unserer Wirtschaft wirksam sind. Die Spannung zwischen: Bluff, Blasen, Pleiten – in unschöner Regelmäßigkeit lesen wir von Fällen, in denen Unternehmer scheitern, weil sie nicht ehrlich gewirtschaftet haben. Auf diese Fälle folgt ebenso regelmäßig die Ankündigung einer „Renaissance der Werte“, die dann regelmäßig ausbleibt. Zumindest in der Welt der Konzerne. Der deutsche Mittelstand indes pflegt seine eigene Ethik der Pflicht – und fährt damit sehr erfolgreich. Abseits der Blender und Zocker Abseits der öffentlichen Erregung über gewissenlose Blender und Zocker in der Konzernwelt arbeiten hierzulande viele Tausend Mittelständler ehrlich, erfolgreich und vor allem pflichtbewusst. Über 90 Prozent der Unternehmen zählen zu den KMU, und mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer sind hier tätig. Über die meisten von ihnen wird selten berichtet. Mittelständler sind erfolgreich, obwohl sie – oder weil sie – vieles anders machen. Doch was genau machen sie anders? Pflichtgefühl, Leidenschaft und Fleiß Nicht die Zahlen stehen bei Mittelständlern im Mittelpunkt, sondern eine sehr eigenwillige Balance von emotionaler Zusammenarbeit und klarer Analyse, von visionärer Kraft und praktischer Intelligenz – im Kern getrieben von starken Werten und von einem überaus starken Sinn für eine Tugend, die uns heute geradezu altmodisch vorkommt: die Pflicht. Ob es nun schwäbische, hanseatische, bayerische oder preußische Tugenden sind, die bei hiesigen Mittelständlern wirksam werden, spielt keine große Rolle. Das Ergebnis ist immer ähnlich: Im Zentrum steht die Verpflichtung gegenüber Kunden, Mitarbeitern und gegenüber der eigenen Familie. Kurzfristiges Profitstreben steht nicht im Mittelpunkt, ebenso wenig die Orientierung an schillernden Persönlichkeiten, das opportunistische Besetzen populärer Themen und die Inszenierung von Erfolg anstelle einer echten Leistung. Sie suchen nach neuen Wegen, wenn es auf den alten nicht mehr weiter geht Seit Generationen Das zeigt beispielhaft die Geschichte typischer deutscher Mittelständler, die seit mehreren Generationen mit viel Herzblut und Fleiß von Unternehmerfamilien geführt werden: Unternehmensgruppe Sülzle-Stahlpartner-Kopf: 1880 eröffnen Wilhelm Christian Sülzle und Rosine Margarete Sülzle am Marktplatz in Rosenfeld eine Zeugschmiede. Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn: 1872 macht sich Georg I. Schneider als erster bürgerlicher Weiss bierbrauer im Weissen Bräuhaus in München selbständig. Er kauft eine still gelegte Brauerei und gründet mit seinem Sohn Georg II. Schneider die Firma G. Schneider & Sohn. Beide sterben im selben Jahr, darum übernimmt Georg III die Geschäfte als 20jähriger. Auch er verstirbt jung, mit nur 35 Jahren. Seine Frau Mathilde Schneider übernimmt die Leitung der Brauerei, kreiert 1907 das weltweit erste Weizenstarkbier und baut das Unternehmen zur größten Weissbierbrauerei Süddeutschlands aus. Der Erste Weltkrieg ruiniert das Unternehmen. Ab 1924 baut Georg IV. Schneider die Brauerei wieder auf und erheblich aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg steht Georg IV. Schneider erneut vor den Trümmern des Familienunternehmens – und entschließt sich wieder zu einem Aufbau der Brauerei. 1958 übernehmen Georg V. Schneider und 2000 Georg VI. Schneider die Leitung der Brauerei, beide setzen erfolgreich auf Innovation: in der Produktion genauso wie bei den Produkten. Für Georg VI. Schneider verkörpert der deutsche Mittelstand heute vor allem die Werte „Leidenschaft und Fleiß“. Werte wachsen in schwierigen Zeiten Unternehmen wie Weisse Bräuhaus G. Schneider & Sohn und die Unternehmensgruppe SSK machen das, was die Generationen vor ihnen auch schon getan haben: Sie krempeln gemeinsam die Ärmel auf, wenn der „Karren aus dem Dreck“ gezogen werden muss. Sie suchen nach neuen Wegen, wenn es auf den alten nicht mehr weiter geht. Und wenn Not am Mann ist, reißen die Frauen das Steuer herum. Mittelständler • Innovation und Tradition, • Risiko und Sicherheit, • Vertrauen und Kontrolle, • Idealismus • und Gewinn. Eine wirklich werteorientierte Führung ist nur möglich, wenn sich Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter immer wieder bewusst machen, wie die Spannungsfelder aussehen, in denen sie sich bewegen. Auflösen lassen sie sich nicht! Heute mag es sinnvoll sein, eher in die eine Richtung zu entscheiden, morgen kann es wieder anders aussehen. Natürlich wäre es einfacher, wenn wir alles nach Schema F entscheiden könnten. Doch die Erfüllung unternehmerischer Pflicht ist naturgemäß nicht einfach, sondern eine große Herausforderung. Jeden Tag. Gemeinsam Neues schaffen: Die "Handschrift" aller Mitarbeiterinen und Mitarbeiter der Volksbank Mittweida Mittelstand verpflichtet Unternehmer und Führungskräfte im deutschen Mittelstand nehmen diese Herausforderung an und werden ihrer Verantwortung immer wieder neu gerecht. Die meisten erfüllen diese Herausforderung mit Bravour – aber mit großer Bescheidenheit, so dass die Öffentlichkeit kaum Notiz davon nimmt.Wir sollten weniger nach der „Renaissance der Werte“ rufen und vielmehr die starke Haltung anerkennen, die in so vielen Unternehmen seit Generationen wirksam ist. Die Haltung: Mittelstand verpflichtet. ■ Dr. Dr. Cay von Fournier Buchtipps ■ Cay von Fournier: Wert schaffen durch Werte. Nachhaltiger Unternehmenserfolg in Zeiten der Veränderung. Solide, gesund, erfolgreich: Mittelständler im Porträt. SchmidtColleg Verlag, 2011 ■ Cay von Fournier: Wirtschaft braucht Werte. Campus Ve rlag, erschien am 23. April 2012 48 P.T. MAGAZIN 3/2012

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