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P.T. MAGAZIN 03/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Think small first! Wie

Think small first! Wie der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ tickt und wirkt Oskar-Patzelt-Stiftung Prof. Ulrich Blum rät dem Mittelstand zu einer Headquarterstrategie externen Wachstums Nicht nur Bibelleser kennen Matthäus 19,30: "So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten". Denn wer mit beiden Beinen im Leben steht, weiß: Nicht nur am jüngsten Tag, sondern ununterbrochen finden im Leben Veränderung, Wandel und teilweise radikale Umbrüche statt. Die GAD, die größte anzunehmende Dummheit, ist die An nahme, dass morgen noch bestehen wird, was heute scheinbar unaufhaltsam funktioniert. Politiker fürchten daher nichts so sehr wie den unvorhergesehenen Wählerwechsel vom „Hosianna!“ zum „Kreuziget ihn!“ Und wenn in der Wirtschaft bloße Größe schützen würde, wären Karstadt, Schlecker oder Lehmann Brothers nicht pleite gegangen. Amazon schlägt Quelle Praktisch jedes große Unternehmen hat seine historische Wurzel in kleinen Unternehmen, in der Unbeirrbarkeit von Existenzgründern, die sich gegen alle Widerstände durchgebissen haben. Jeder zweite Existenzgründer scheitert innerhalb von sechs Jahren. Die meisten anderen bleiben klein, können aber wenigstens sich und ein paar Mitarbeiter ernähren. Aber manche werden ein paar (Foto: OPS Netzwerk GmbH) Jahre später groß. Quelle gibt es zwar nicht mehr. Wenn das am Markt gelegen hätte, hätte auch Otto aufgeben müssen und Amazon und Ebay hätten sich nie als neue Global Player durchsetzen können. Die meisten Arbeitsplätze in Deutschland und in der EU werden von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit bis zu 250 Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. Sie haben eine entscheidende Bedeutung für die zukünftige Entwicklung, stehen aber sehr häufig vor enormen bürokratischen Hürden und Hindernissen. Respekt und Achtung Trotz krisenhafter weltwirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Entwicklungen hat der unternehmerische Mittelstand in den letzten Jahren Millionen neuer und zusätzlicher Arbeitsplätze geschaffen. Diese gewaltigen Leistungen werden in der Öffentlichkeit jedoch kaum wahrgenommen. „Mich interessieren die Elefanten, die DAX30, alles andere ergibt keine verkaufbare Story“ sagte der Kolumnist einer Tageszeitung. Ziel der Oskar-Patzelt-Stiftung und des jährlichen Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“ ist es daher bereits seit 1994: • Respekt und Achtung vor unternehmerischer Verantwortung fördern • Eine Kultur der Selbstständigkeit, Motto „Gesunder Mittelstand - Starke Wirtschaft – Mehr Arbeitsplätze“ zu fördern • Erfolge engagierter Unternehmerpersönlichkeiten zu präsentieren und zu popularisieren • Netzwerkbildungen im Mittelstand zu fördern … und das alles bundesweit als auch regional verortet und verdrahtet. Krise? Meistern! Und das sind die Ergebnisse siebzehnjähriger Arbeit: Jährlich über tausend Kommunen, Institutionen, Vereinigungen und Abgeordnete greifen die Ausschreibung auf und nominieren jährlich rund 3.500 hervorragende mittelständische Unternehmen, die 1,345 Millionen Mitarbeiter beschäftigen und ihre Beschäftigung in den fünf vergangenen Jahren – trotz Krise! – um 39 Prozent erhöhen können. Ihre durchschnittliche Ausbildungsquote beträgt 5,9 Prozent. Sie realisierten doppelt so viele Inves titionen wie der Durchschnitt der KMU, haben eine erheblich bessere Eigenkapitalquote erwirtschaftet, sind hoch innovativ und teilweise Hidden Champions der Weltmärkte und sind fest in ihrer Region verwurzelt, was in zahlreichen regionalen Engagements zum Ausdruck kommt. Sie erwirtschaften jährliche Steuer- und Abgabenzahlungen in Höhe von 28 Milliarden Euro. Ausführliche mehrstufige Unterstützungsprogramme für nominierende Institutionen und nominierte Firmen entstanden mit dem Hauptziel: Einen sich immer wieder erneuernden Motivationsschub für Unternehmer und Belegschaften zu schaffen und den Mittelstand in die öffentliche Diskussion zu bringen. Corporate Citizenship Im Jahr 2008 macht sich auch die Europäische Kommission diese Haltung zu Eigen und verabschiedete den Small Business Act für Europa (SBA). Auf zehn Leitsätzen basierend wurden politische Maßnahmen vorgeschlagen, wie eine Gruppenfreistellung für den Mittelstand, die bis 2012 ein Viertel aller administrativen Belastungen abschaffen sollte. Schafft Europa den Switch im Denken von der „Systemrelevanz“ zu „Think small first“, dann hat die Alte Welt eine Wettbewerbschance gegen die aufstrebenden Volkswirtschaften der früheren 3. Welt. Der Wettbewerb repräsentiert den Mittelstand in seiner ganzen Breite über alle Branchen hinweg. Die komplett unentgeltliche Wettbewerbsteilnahme sichert ab, dass sich niemand in den Wettbewerb einkaufen kann und dass niemand unmittelbar an der Wettbewerbsdurchführung profitieren kann und bedeutet komplett ehrenamtliche Arbeit. Existenzgründer Friedrich Krupp war ein verarmter „kleiner Krauter“ mit nur sieben Mitarbeitern, als er 1824 mit nur 39 Jahren starb Bundesweit regional Die 16 Bundesländer wurden in zwölf Wettbewerbsregionen organisiert. Vor­ Ort­Betreuung ist durch über 40 regionale ehrenamtlich tätige Servicestellen gesichert. Die Entscheidung über die Auszuzeichnenden fällen regionale Jurys mit mehr als 100 ehrenamtlich Mitwirkenden. Deren Arbeit ist in einem Corporate Governance Kodex geregelt: Die Stiftung sorgt für größtmögliche Transparenz aller Entscheidungsprozesse durch die Wettbewerbsorganisation im Portal www.kompetenznetz-mittelstand.de. Die Belange des Datenschutzes werden dabei selbstverständlich strengstens beachtet. Aus der Unentgeltlichkeit der Wettbewerbsteilnahme folgt die Ehrenamtlichkeit der Organisatoren. Finanziert wird ausschließlich per Civil­ Private­Partnership. Der Umgang mit Interessenkonflikten und der Umgang mit Sponsoren sind geregelt. Das Qualitätsmanagement dieser Regelungen wurde nach DIN ISO 9001:2008 zertifiziert. Ergänzende Arbeitsprinzipien sind die Sicherung der Nachhaltigkeit der Wettbewerbsaktivitäten und eine kooperative Grundhaltung gegenüber allen potentiellen Partnern (Stakeholdern). Dem dienen auch die zwei Sonderpreise „Kommune des Jahres“ und „Bank des Jahres“ für Institutionen, die sich in besonderer Weise um die Entwicklung eines starken unternehmerischen Mittelstandes verdient gemacht haben. Schritt für Schritt Eine Benchmarkstudie des isw­Instituts Halle rankte den Wettbewerb unter über 500 Wirtschaftswettbewerben in Deutschland auf Platz 1. Die WELT schrieb, der „Große Preis des Mittelstandes“ sei „deutschlandweit die begehrteste Wirtschaftsauszeichnung“. Mehr als 40 Bücher, 50 Youtube­Videos, 40 Wikipedia­Artikel und mehrere hunderttausend Google­Fundstellen im Netz berichten über den Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“, bzw. seine Teilnehmer. Die nominierenden Institutionen schätzen die Möglichkeit, durch Vorschläge zum Wettbewerb die Wirtschaftsförderung vor Ort (durch Motivation) und bundesweites Regionalmarketing auf einfachste kostengünstigste Weise zu verbinden. Teilnehmende Firmen setzen die besondere Motivationswirkung dieses Wettbewerbs intern wie extern ein. Auf internationalen Messen ist die Tatsache einer Nominierung und erst recht einer Auszeichnung in diesem Wettbewerb inzwischen ein besonderer Blickfang und Gesprächsthema. Die Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm, sagte deshalb: „Wer hier nominiert wurde, hat allein durch diese Auswahl bereits eine Auszeichnung 1. Güte erhalten.“ Kooperation schlägt Kompetition Die Stiftungsarbeit funktioniert gerade durch die Einbeziehung aller potentiellen Stakeholder und Interessenvertreter, da die ganzjährige Wettbewerbsarbeit ehrenamtlich geleistet wird. Dazu gehören auch Arbeitnehmer­, Bildungsund wissenschaftliche Einrichtungen in der ganzen Breite. All diese Gruppen profitieren von diesem Wettbewerb. Aufgrund dessen wird auch die Beziehung der lokalen Unternehmen zu den lokalen Interessengruppen befördert und das unternehmerische Klima insgesamt positiv beeinflusst. Deshalb ist der Wettbewerb so nachhaltig in Beteiligung und Wirkung. n (Foto: Wikimedia/CC-3.0/M 93) 20 P.T. MAGAZIN 3/2012 3/2012 P.T. MAGAZIN 21

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