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PT-Magazin 02 2018

Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

© Michael Willhardt

© Michael Willhardt Besuch bei Schurken Gesellschaft PT-MAGAZIN 2/2018 10 Bericht aus dem Iran und über das Weltkulturerbe Yazd Der Iran ist ein Pulverfass. Angesichts der aktuellen Berichterstattung gerät leicht aus dem Blick, dass der Reisende im Iran auf weltoffene und gastfreundliche Zeitgenossen trifft, auf einen uns vertrauten westlichen Lebensstil und auf ein vielfach modernes und schönes Land. Vielleicht kann unser Bericht ein Fenster auf diesen Aspekt offen halten. Motiv für unsere Reise im vergangenen Jahr war es, eine Stippvisite in unsere Zukunft zu machen. Viele (junge) Menschen, die als Migranten oder Flüchtlinge zu uns kommen, stammen aus dem mittleren oder nahen Osten oder sie passieren diese Drehscheibe. Viele Herkunftsländer unserer heutigen Nachbarn haben wir besucht, die Türkei, das ehemalige Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien. Reisen in den mittleren Osten dagegen sind selten. Wir wollten uns einen eigenen Eindruck über diese Region verschaffen. © Michael Willhardt

© Michael Willhardt Gesellschaft PT-MAGAZIN 2/2018 11 Unser Bericht ist platziert in die Kulisse der größten Lehmstadt der Erde - Yazd - die 2017 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Das Gebiet des heutigen Iran ist eine Wiege unserer Kultur. In dieser einstmals fruchtbaren Region wurden bereits vor Jahrtausenden Weichen gestellt, deren Spuren wir bis heute zu uns verfolgen können. Fragile Machtbalance Durch die aktuelle Entwicklung kommt uns noch drastischer ins Bewusstsein, wie fragil die Machtbalance im mittleren Osten ist. Der Iran spielt als eines der größten, bevölkerungsreichsten und auch wohlhabendsten Länder der Region eine entscheidende Rolle. Der seit Jahrhunderten schwelende Konflikt zwischen den (persischen) Schiiten, den (arabischen) Suniten und den (israelischen) Juden ist ein Aspekt und heizt die gefährliche Stimmung an. Für Amerika sind die Iraner mehr denn je Schurken und das gefährliche Spiel mit dem Atomabkommen (von beiden Seiten) steigert das Risiko allein deshalb, weil Embargos wieder verschärft werden. Das birgt für die schwierige wirtschaftliche Lage im Iran enorme Sprengkraft, weil es auch die konservativen Wähler trifft. Benzin und Lebensmittel werden immer teurer, ohne das die Einkommen steigen. Der Iran ist ein sehr junges Land. Nach der Revolution 1979 hat sich die Bevölkerung bis heute mehr als verdoppelt. Viele junge Menschen sind gut gebildet und sehr westlich orientiert. Gerade für diesen großen Teil der Bevölkerung gibt es kaum ausreichende Zukunftsperspektiven. In der Falle Die politische Situation ist nicht allein wegen der Embargos, fehlender Perspektiven und Freiheiten kaum positiv zu lösen. Jede Veränderung ist so unkalkulierbar wie die aktuelle Lage brisant ist. Die leichte Öffnung unter Rohani bezeichnen junge Iraner (die seine Wiederwahl im vergangenen Jahr sehr unterstützt haben) als eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Rohani ändert nichts daran, dass ein mächtiger Wächterrat die Geschicke des Landes bestimmt. Das politische System trägt diktatorische Züge. Die vorsichtige Öffnung kann von heute auf morgen komplett zurückgesetzt werden. Der Iran ist eine Clangesellschaft und die „Basarstruktur“ durchzieht die dominierenden Geschäftsbereiche Handel, Handwerk und Dienstleistungen. In dieser sehr kleinteiligen Struktur werden extrem viele Clan- und Familienmitglieder als Mitarbeiter auf allen Ebenen eingebunden, schlecht bezahlt, aber der Familie verpflichtet. Eine Liberalisierung und Öffnung des Landes würde diese traditionelle Struktur sehr verkleinern und die schon heute hohe Arbeitslosigkeit dürfte dramatische Ausmaße annehmen. Die konservative Regierung im Iran nutzt die Einnahmen aus Öl- und Gasvorkommen für Klientelpolitik. Das Vermögen aus Gas- und Ölverkäufen und das vorhandene hohe Bildungsniveau wird nicht dazu eingesetzt, zukunftsweisende Unternehmen zu entwickeln. Statt dessen werden die konservativen Wählerschichten mit kleinen Wohltaten belohnt. ˘

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