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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Ein Nordlicht in Bayern

Ein Nordlicht in Bayern Im Spannungsfeld zwischen Zuhause und Heimat Bayern PT-MAGAZIN 2/2016 62 Aufgewachsen im Niedersächsischen Oldenburg – einer Stadt, in der ich aufgrund meines Hollandrads das Gefühl hatte, öffentliche Verkehrsmittel seien überbewertet – habe ich meine Sommerferien in der Regel mit meiner Familie in Schleswig-Holstein an der Ostsee verbracht. Obwohl das Leben in Oldenburg wunderbar war und ich mich jedes Jahr aufs Neue auf die Ostsee gefreut habe, hatte ich stets den Wunsch, meine Heimat zumindest vorübergehend zu verlassen, um Erfahrungen zu sammeln und die Welt zu entdecken. Mit dem Abitur in der Tasche und dem Wunsch im Gepäck, Rechtswissenschaften zu studieren, habe ich mich daher vor fast elf Jahren an diversen Universitäten in Deutschland beworben. Alle die nun denken, ich würde jetzt eine tiefergehende Begründung anführen, wieso ich mich letztlich für die Universität Passau und damit für ein Leben in Bayern entschieden habe, irren sich. Ich habe mich für diese Universität entschieden, da ich im Internet gelesen hatte, sie würde eine sehr gute juristische Ausbildung anbieten. Zudem würde mich eine Entfernung von 850 Kilometern davon abhalten, jedes Wochenende nach Hause zu fahren. Aufbruch in Neue Ein paar Monate später war es dann so weit. Ich stand mit einem gefüllten Sprinter vor meiner ersten eigenen Wohnung, für die ich ein paar Wochen vorher mit einer anderen Studentin den Mietvertrag unterzeichnet hatte. Wenn ich heute an diesen Tag zurückdenke, muss ich schmunzeln. Obwohl ich vollkommen von meiner Entscheidung, nach Passau zu gehen, überzeugt war, machten sich auf einmal Nervosität und Angst breit. Hätte ich mich doch für eine Universität in der Nähe meiner Familie und meiner Freunden entscheiden sollen? Mir blieb allerdings nicht viel Zeit, mir weitere Gedanken über meine bereits gefällte Entscheidung zu machen. Ich musste meine Möbel in die Wohnung räumen, erste Einkäufe erledigen und mich auf das Leben als Studentin in Passau vorbereiten. Die ersten Wochen vergingen wahnsinnig schnell. Ich konzentrierte mich fast ausschließlich auf das Leben an der Universität und erkannte, dass ich nicht die einzige Studentin war, die nicht in Bayern aufgewachsen war. Ich begriff erst nach und nach, dass sich nicht nur meine Umgebung verändert hatte – die weiten, flachen Flächen und die Nord- und Ostsee waren nun weg, die niederbayerische Drei-Flüsse- Stadt in Alpennähe direkt vor mir. Nein, ich hatte auch das Gefühl, dass ich plötzlich meine Sprache neu lernen musste. Während ich vor dem Umzug in Gesprächen keine Verständnisprobleme gehabt hatte, kam ich mir nun auf einmal vor, als hätte ich die Sprache meines Heimatlandes teilweise verlernt. Gelebte Unterschiede Hatte ich zu Hause Brötchen beim Bäcker verlangt, musste ich nun Semmeln bestellen. Begrüßt wurde ich nun nicht mehr mit „Moin“ sondern mit „Grüß Gott“. Allein mit der Erläuterung der sprachlichen Unterschiede könnte ich wohl ganze Seiten füllen. Doch auch über die sprachlichen und landschaftlichen Unterschiede hinaus gab es weitere Veränderungen. Die Übergangsjacke, die ich in Oldenburg genutzt hatte, um mich vor dem Wind zu schützen, blieb im Schrank. Gefühlt gab es nur Sommer und Winter. Hatte ich mir vor dem Umzug häufig die Frage gestellt, Electronic Center in Pförring www.pollin.de Online www.pollin.de Katalog mit über 400 Seiten Elektronik, Technik und Sonderposten zu Superpreisen Große Auswahl mit über 20.000 Artikeln

Bild: ChristArt/fotolia.com was ich anziehen könnte, konnte ich nunmehr diverse Kleidungsfragen durch den Kauf eines Dirndls beantworten. Nach ersten zaghaften Bewegungen in der neuen Stadt und dem neuen Bundesland, erweiterte ich Schritt für Schritt meinen Bewegungsradius. Ich habe mir einen Nebenjob in einem kleinen Fitnessstudio am Rand von Passau gesucht, in dem fast ausschließlich die Einheimischen trainierten und habe die verbleibende Freizeit mit Ausflügen in das Umland und in die umliegenden Städte und Länder verbracht. So habe ich unter anderem die außergewöhnliche Schönheit des Berchtesgadener Landes, den österreichischen Charme von Salzburg und die atemberaubende Größe Münchens kennengelernt. Nach und nach fand ich neue Freunde, darunter einige, die es ebenfalls von Norddeutschland nach Bayern verschlagen hatte. Ich ertappte mich oft dabei, wie ich von „früher“ sprach, wenn es um meine Heimat ging. Zwischen zwei Welten Das Krabbenbrötchen und der Grünkohl, die vor dem Umzug regelmäßig auf meiner Speisekarte standen, wurden nun zu einer Besonderheit. Sie haben Platz gemacht für Schweinsbraten mit Knödeln, Kässpatzen, Kaiserschmarrn und Brezn. Alle paar Monate war ich auf Besuch in die Heimat. Jedes Mal bemerkte ich, wie ich mich immer mehr an das Leben in Bayern gewöhnt hatte. In meiner Heimat wurde ich nun mit einem Lächeln bedacht, weil ich nicht mehr „Moin“ sondern „Grüß Gott“ sagte. Da ich neben meiner Liebe zu Bayern während des Referendariats auch meine Leidenschaft für das Arbeitsrecht entdeckte, bewarb ich mich noch vor den mündlichen Prüfungen zum zweiten Examen in einer mittelständischen Anwaltskanzlei in München als Rechtsanwältin für den Bereich Arbeitsrecht. Einige Monate später zog ich nach München und lernte nach und nach einen weiteren Teil von Bayern kennen. Umringt vom bayrischen Charme, den Alpen vor der Tür und dem Gardasee in der Nähe, arbeite ich nunmehr seit fast vier Jahren in der Wirtschaftsmetropole an der Isar – derzeit als erfolgreiche Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Kanzlei Dr. Huber Dr. Olsen. Es ist eine Kanzlei für Arbeitsrecht, die von einem Ingolstädter und einem Lübecker gegründet wurde und geführt wird. Zuhause und Heimat Der Besuch der „Wiesn“ und ein Abendessen im Wirtshaus sind längst keine Besonderheit mehr. Bergeweise Schnee, wenig Regen- und mehr Sonnentage sowie das Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel sind zur Gewohnheit geworden. Dennoch erinnere ich mich sehr gerne an die Zeit, als mir der Wind um die Ohren wehte und ich dem Rauschen der Wellen zuhörte. Dies dürfte wohl daran liegen, dass mein Herz auch nach fast elf Jahren noch norddeutsche Wellen schlägt und Bayern zwar mein Zuhause aber nicht meine Heimat ist. ó Vanessa Meyenburg Über die Autorin Vanessa Meyenburg ist Fachanwältin für Arbeitsrecht, Referentin im Bereich Arbeitsrecht (Individual- und Kollektivarbeitsrecht), Mitautorin eines Online-Newsletters und Ansprechpartnerin für rechtliche Themen im Fernsehen. Sie lebt und arbeitet in Bayern, doch ihr Herz schlägt in Norddeutschland. Bayern PT-MAGAZIN 2/2016 63 Alte Meister mit Weitblick: Mit über 370 Mit arbeitern ist Borscheid + Wenig seit mehr als 50 Jahren in der Kunststoff verarbeitung tätig. 2013 haben wir neben unserem Diedorfer Stammsitz ein weiteres Werk in Gersthofen eröffnet. Als inhabergeführtes Familienunternehmen bieten wir alle gängigen Produktionstechnologien und Dienst leistungen in der Kunststoff verarbeitung an. Mit derzeit 27 Auszubildenden setzen wir auf „eigenen Nachwuchs”. Für uns ist eine mitarbeiter orien tierte und umweltbewusste Unterneh mens - führung ein klarer Wettbe werbs vorteil. Unser Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagement ist nach ISO/TS 16949:2009, ISO 9001:2008, ISO 14001:2004 und ISO 50001:2011 zertifiziert. Im Jahr 2014 wurde Borscheid+Wenig beim bundesweiten Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ Finalist in Bayern von deutschlandweit über 4.500 Firmen. STOFF KUNST WERK Borscheid + Wenig GmbH Industriestraße 6 86420 Diedorf Telefon 08238 3003-0 info@borscheid-wenig.com www.borscheid-wenig.com

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