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P.T. MAGAZIN 02/2013

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Von der Gegenmacht zur

Von der Gegenmacht zur Ohnmacht Die Zukunft der Gewerkschaft Modern, leistungsfähig, effektiv und höchste Qualität Präzise Ihr Gewinn Gesellschaft Mangelnde Tauglichkeit führt zum Untergang Als Stützpfeiler des menschlichen Wertesystems scheinen Gewerkschaften, ähnlich wie Kirche und Partei, ihre tragende Rolle verloren zu haben. Den Trend werden Spartengewerkschaften setzen. Ins Leben gerufen wurden die ersten von Berufsgruppen wie Lokomotivführern, Krankenhausärzten, Stewardessen oder Piloten, die sich durch gewerkschaftliche Großorganisationen nicht mehr vertreten sahen. Der Streik der Lufthansa-Flugbegleiter zeigte eindrucksvoll, dass Spartengewerkschaften durch ihre Homogenität, ihr Statusbewusstsein und ihre Positionierung an wirtschaftlichen Schaltzentren über eine besondere Blockade- und Durchsetzungsmacht verfügen. In Bezug auf die Arbeitswelt bleibt eine Zersplitterung der Tariflandschaft und Spaltung der Belegschaften je nach Organisationszughörigkeit übrig. Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, Digitalisierung und Globalisierung, neuen Lebensstilen und Beschäftigungsformen, insbesondere der Übergang von der Industrie- in die dienstleistende Wissensgesellschaft, hinterlassen im Bereich der Arbeitnehmerorganisationen tiefe Spuren. (Foto: AleBonvini/flickr.com) Deutschlands größte Seniorenorganisation Von fünf Arbeitnehmern ist heute nur noch einer gewerkschaftlich organisiert. Zum einen wird das Zukunftsproblem der deutschen Gewerkschaften an der schwindenden Mitgliederzahl deutlich. Sie sank von 34,2 Prozent 1960 auf 20,5 Prozent 2010. Zum anderen liegt das Durchschnittsalter weit über dem der Beschäftigten, so dass man sich innergewerkschaftlich selbst als Deutschlands größte Seniorenorganisation charakterisiert. Es fehlen Jungmitglieder. Nur knapp zehn Prozent der jungen Arbeitnehmer sind noch vertreten. Nur etwa 30 Prozent der Angestellten, die mengenmäßig die Hälfte aller Beschäftigten stellen, sind noch Mitglied. Jedoch werden zukünftige Arbeitnehmergenerationen vorrangig aus Angestelltenfamilien kommen, denen die Verwurzelung mit den Arbeitnehmerorganisationen des Industriezeitalters fehlt. Das soziokulturelle Milieu der Arbeiterschaft als Quelle des Mitgliederzuflusses versiegt. Ebenfalls fehlen Arbeitnehmer aus Klein- und Mittelbetrieben. Es fehlen Hochqualifizierte und es fehlen Frauen. Gerade Industriegewerkschaften sind männerdominierte Facharbeiterorganisationen der Großindustrie geblieben. Einbrüche bei Beitragseinnahmen führen wiederum zu Personalabbau, Personalabbau zu qualitativ schlechteren Betreuungs- und Beratungsleistungen. Dieser eigendynamische Teufelskreis ist kaum noch aufzuhalten. Selbst junge Gewerkschafter nehmen lieber an einem Rock-Konzert als an der Demonstration zum 1. Mai teil, in der nur noch 42 Prozent der Mitglieder einen Aktionscharakter zur Durchsetzung gewerkschaftlicher Forderungen sehen. Amnesty International, Attac oder Greenpeace stiften bei der Facebook- Generation mehr Sinn, als traditionelle Arbeitnehmerorganisationen. Mitgliederschwund infolge Tertiarisierung Nur wenn ein Betriebsrat existiert, darf ein Gewerkschaftsvertreter ein Unternehmen betreten. Die Anwerbung von Mitgliedern in zehntausenden Kleinund Mittelbetrieben ist damit unmöglich. Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen Betriebsgröße und dem gewerkschaftlichen Organisationsgrad der Belegschaft. In Handwerksbetrieben liegt er oft bei Null, in Großunternehmen bei bis zu 80 Prozent. Doch durch die Aufsplitterung von Großunternehmen in rechtlich selbständige Business Units und den Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft (Tertiarisierung) scheint der gewerkschaftliche Schrumpfungsprozess unumkehrbar zu sein. Industriebetriebe lagern die den Fertigungsprozess begleitenden Service- Arbeiten an spezialisierte Unternehmen aus. Neue Arbeitsplätze entstehen eben in jenen kleinen und mittleren Dienstleistungsbetrieben, die gewerkschaftliches Brachland sind. Damit dringt die Tertiarisierung immer stärker in die Mitgliederreviere der Gewerkschaften ein. Inzwischen arbeiten etwa 80 Prozent der Arbeitnehmer im Dienstleistungssektor. Die daraus resultierende Heterogenität der Beschäftigten des „digitalen Kapitalismus“ (P. Glotz, 1999) und deren unterschiedlichen Interessen verhindern deren Vereinigung unter einem gemeinsamen Dach. Den Gewerkschaften laufen nicht nur die Mitglieder weg, sondern auch ihren Verhandlungspartnern, den Arbeitgeberverbänden, die Unternehmen. Nur noch 20 Prozent der metallverarbeitenden Betriebe sind im Arbeitgeberverband vertreten. Stattdessen organisieren sie sich in sogenannten OT-Verbänden (ohne Tarif), um sich den Flächentarifverträgen zu entziehen. Als Ergebnis wird sich das Gesamtsystem der Beziehungen zwischen Arbeit und Kapital grundlegend verändern. Betriebsräte ohne Stallgeruch Als wirksamste Anwerber neuer Mitglieder sicherten Betriebsräte den Gewerkschaften bisher den Zugang zu den Betrieben. Jedoch hat die neue Generation immer weniger gewerkschaftlichen Stallgeruch. Ihre Rolle als „Vor-Ort- Agenten“, als indirekte Gewerkschaftsrepräsentanz im Unternehmen schwindet. Ihr Selbstverständnis unterliegt einer Veränderung. Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben benötigen Betriebsräte keine gewerkschaftliche Anbindung mehr. Vielmehr werden Informationen über Google recherchiert. Das Informationsangebot und das höhere Bildungsniveau sorgt auch dafür, dass die Mitarbeiter über ökonomische Zusammenhänge informiert sind; sie wissen, was Dollarkursschwankungen für ihr Unternehmen bedeutet. • Maschinenbau • Werkzeugbau • Vorrichtungsbau • Sondermaschinenbau 14 P.T. MAGAZIN 2/2013 2/2013 P.T. MAGAZIN 15 Röllgassgarten 6 · 35274 Kirchhain-Anzefahr www.aschenbrenner-gmbh.com

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