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P.T. MAGAZIN 02/2011

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft

Gesellschaft Sozialdemokraten! Ehedem politischer Arm der Arbeiterbewegung, heute bürgerlich arriviert, wären sie die klassischen Hüter der demokratischen Kultur. Traditionell richten sie sich gegen das „Laisser-faire“. Dem engagierten Sozialdemokraten und linken Bürger war einst die strenge Lebensregel heilig: acht Stunden arbeiten, acht Stunden lesen, acht Stunden schlafen. Die alte sozialdemokratische Strenge steckt noch immer in vielen Bürgerköpfen. Auch eine weitere spießige Lebenslosung hat in diesem Milieu ihre Gültigkeit bewahrt: „Schaffe, schaffe, Häusle baue!“ Kulturrelativisten! Wer seinen Alltag so sehr auf Tüchtigkeit baut, in dessen Ohren klingt es seltsam, wenn er von seinen Politikern hört: „Die Migranten bereichern uns.“ Mit diesem putzigen Klischee verweigerte sich die demokratische Linke in nahezu allen westeuropäischen Ländern ihrer aufklärerischen Pflicht: aus Drittweltromantik, aus elitärer Lust am pittoresken Multikulti, aus paternalistisch motivierter Fürsorge für die armen Ausgebeuteten. Aus scheinbar moralisch allerbesten Gründen gab man sich dem Kulturrelativismus hin. Menschenrechte erschienen zunehmend als eurozentrisch, also kolonialistisch und imperialistisch. Es galt: andere Kulturen, andere Sitten. Die Frauenunterdrückung durch den archaisch belasteten Islam – Ausdruck anderer Kultur. Die Apartheid für Hunderte Millionen Musliminnen in aller Welt – Ausdruck anderer Sitten. Voltaire wird geopfert (Foto: © Rolf van Melis/PIXELIO) Der linke Blick in die weite Welt blieb verklärt an Figuren haften, die mit Revolution viel, mit Freiheit dagegen nichts am Hut hatten. Der südamerikanische Linkspopulist Chávez umarmt den iranischen Holocaust-Leugner Ahmadinedschad – und kein Linker oder Grüner regt sich darüber auf. Im Iran soll eine Frau wegen Mord an ihrem Ehemann gesteinigt werden, neuerdings nur noch erhängt; vorher aber erhält sie 99 Peitschenhiebe, weil eine englische Zeitung sie angeblich ohne Kopftuch abgebildet hat. Protestdemonstrationen vor den iranischen Botschaften Europas? Keine Spur: In Berlin und Potsdam demonstriert die Linke gegen Sarrazin. In Genf gelang es Tariq Ramadan, Star der europäischen Muslimszene und Liebling linker Kulturrelativisten, die Aufführung eines Stücks von Voltaire wegen angeblicher Islamfeindlichkeit zu verhindern – unter den wohlwollenden Blicken von Sozialdemokraten und Liberalen. Des Abendlandes radikalster Aufklärer fällt islamis tischem Obskurantismus zum Opfer – ohne Widerstand der „Kulturlinken“. „Islamophobie“ Die Burka? Wird doch freiwillig getragen, ja geradezu als Symbol der Religionsfreiheit. Wer sich über eine derart krude Logik empört, wird aus der links-grünen Ecke der „Islamophobie“ bezichtigt, der nur noch psychiatrisch beizukommen sei. Wer Mädchen von der Kopftuchpflicht befreien möchte, gilt schlicht als intolerant. Das linksintellektuelle Milieu duldet Reservate für religiös-autoritäre Riten und Regeln des Migrantenislam. In Anne Wills sonntäglicher TV-Talk- Kulisse steht unterhalb des Podiums ein Sofa, weggerückt von der hochmögenden Gästerunde, extra hingestellt für den einfachen Bürger, mit dem die Salondame jeweils huldvoll-mitfühlend einige Worte wechselt. Dann richtet sie ihr bezauberndes Lächeln an die Causeure der Berliner Republik – die Gesellschaft von Politik und Publizistik ist wieder in Ordnung, weil geschlossen wie eh und je. Der „Spießer “ mischt sich ein Diese Herabstufung, bei Anne Will nur besonders augenfällig zelebriert, will sich der Bürger, will sich die Bürgerin nicht länger gefallen lassen. Sie mischen sich ein. Sie setzen den Fuß in die Tür. „Die Menschen draußen im Land“, sie wollen rein. Es könnte passieren, dass sich die Kanzlerin eines nahen Tages in den Fond ihres Dienstwagens sinken lässt – und jäh gewahr wird: Da sitzt ja schon einer auf dem Nebensitz. Wer da sitzt? Nicht Ackermann, nicht Großmann, was eine freudige Überraschung wäre. Nein, es sitzt da ein ganz gewöhnlicher, tüchtiger, spießiger Mensch aus dem Volk. ■ Frank A. Meyer Dieser Artikel erschien ungekürzt zuerst in Cicero/Oktober 2010 Über den Autor ■ Frank A. Meyer ist ein Schweizer Journalist ■ seit 1972 journalistische Tätigkeit für das Medienhaus Ringier ■ 1980 Co-Chefredaktor der „Woche“ ■ 1989 Lehrbeauftragter für Medienwirtschaft an der Universität St. Gallen ■ schreibt für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften, u. a. für die Zürcher Woche, die Basler Zeitung, das Ringier- Magazin Cicero und den Sonntagsblick 2/2011 P.T. MAGAZIN 11

Gesellschaft Wir sind ein mittelständisches Unternehmen mit Blick in die Zukunft! ASI GmbH Betonköpfe und Freigeister Ist die Schule noch zu retten? Wir sind ein handwerklicher Dienstleister und Partner mit derzeit 320 Beschäftigten, inkl. 40 Auszubildende. Unser erfahrenes und hoch qualifiziertes Team ist vorwiegend im regionalen Bereich tätig. Leistungsangebot: Beratung, Planung, Ausführung, Reparatur, Revision, CAD: ■ Heizungs-/Lüftungs-/ Sanitärtechnik ■ Elektro-/Sicherheitstechnik ■ Maschineninstandhaltung ■ Malerarbeiten / Trockenbau ■ Technische Leistungen für Hausmeisterdienste ■ Erneuerbare Energien ■ Thermografi e THS GmbH Die 100%ige Tochtergesellschaft, Technische Hausservice GmbH in Erfurt – www.erfurt-ths.de – mit ca. 70 Beschäftigten betreut die technischen Anlagen für Haushalt, Gewerbe, Wohn- und Industrieimmobilien analog der ASI GmbH für die Region Erfurt. Kontakt ASI Anlagen, Service, Instandhaltung GmbH Geschäftsführer: Gerhard Schade Göschwitzer Straße 22 07745 Jena Tel.: 03641 686-102 Fax: 03641 686-109 gerhard.schade@asi-jena.de www.asi-jena.de Das Kollegium der Wiebeckschule freut sich mit TMP-Chef Bernhard Helbing auf die nächsten fünf Jahre Praxisnähe. (KLARTEXT ONLINE/eig.Ber.) - Für das Leben sollen wir lernen, nicht für die Schule. Doch manches, was die Schule heute lehrt, hat so gar nichts mit der Lebenswirklichkeit der Menschen zu tun. Und das, was tagtäglich gefragt ist, fällt in deutschen Klassenräumen meistens unter den Tisch. Peter Zwegat und die Schulden Coaching-Soaps haben Konjunktur in den Fernsehprogrammen. „Beratungsfernsehen“ ist in. Bei der „Super- Nanny“ und „Bauer sucht Frau“ ging es ums Private. Dann gab es „Hagen hilft“, „Rachs Kochschule“, „Mein erstes Restaurant“, „Raus aus den Schulden“ usw. usf. Immer wieder geht es um Menschen, die die elementarsten Regeln der Verwaltung der eigenen Finanzen nicht auf die Reihe bekommen. Häufig sind Selbstständige und Kleinunternehmer dabei, deren Ausgaben regelmäßig die erzielbaren Einnahmen übersteigen. Wie kommt das? Bildet das Realität ab? Offenbar ja. Kürzlich hat der Finanzdienstleister AWD eine Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. 83% der Deutschen fordern danach, dass Wirtschaft und Finanzen Schulfach werden soll. Mit einer solchen Maßnahme könnte die Finanzkompetenz von Jugendlichen gezielt gefördert werden. Schulfach Wirtschaft Nach Ansicht vieler Bundesbürger haben Jugendliche enorme Defizite, wenn es um das Thema Wirtschaft und Finanzen geht. So ist ein großer Teil der Bevölkerung zwischen 14 und 50 Jahren der Meinung, dass der Informationsstand von Jugendlichen in Finanzfragen weniger gut (52%) oder schlecht (31%) ist. „Viele junge Menschen wissen zu wenig über private Finanzen und die Kosten der täglichen Lebensführung. Wann aus Schulden schnell mehr Schulden werden und wie man sein Geld gewinnbringend anlegen kann, sollte deshalb schon in der Schule vermittelt werden“, sagt Béla Anda vom AWD. Kürzlich hat der „Schuldneratlas Deutschland 2010“ eine deutlich wachsende Verschuldung unter Jugendlichen aufgezeigt. Demnach hat sich seit 2004 die Zahl der Betroffenen auf 197 000 Heranwachsende fast verdreifacht. Verbraucherbildung? (Foto: Susann Fromm/TMP) Eine durch das Bundesverbraucherministerium in Auftrag gegebene Studie zeigt ebenfalls die Unwissenheit von Jugendlichen in Finanzfragen auf. Daraus resultierend verlangt Gerd Billen vom Bundesverband der Verbraucherzentralen ein Pflichtfach zur Verbraucherbildung, das Kompetenzen im Finanzbereich vermitteln soll. „Viele junge Leute seien fit im Internet, aber nicht in anderen Themen“, wird er bei SPIEGEL On- 2007 ausgezeichnet mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ 12 P.T. MAGAZIN 2/2011

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