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P.T. MAGAZIN 02/2011

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

(Foto: ©

(Foto: © Christian-Philipp Worring/PIXELIO) NIEs: Neue ineffiziente Energiequellen (2) NOVO-Autor Heinz Horeis rechnet vor, wie die sog. erneuerbaren Energien unsere Freiheit von Armut und Not gefährden Menschen haben über Zehntausende von Jahren auf Grundlage erneuerbarer Energien existiert – mehr schlecht als recht: in geringer Zahl, mit niedriger Lebenserwartung, abhängig von Naturgewalten, mit einem (relativ) angenehmen Leben nur für wenige, für die Mehrzahl ein steter Überlebenskampf. Mit Energieträgern hoher Energiedichte (Kohle, Erdöl, Uran) konnten sich menschliche Gesellschaften aus der Begrenztheit dünner „biosphärischer“ Energien (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse) lösen. Es entstand die energieintensive Technosphäre, die größeren Teilen der Menschheit inzwischen ein langes und angenehmes Leben ermöglicht. 100% erneuerbar? Der Schritt hin zu höherer Energiedichte bringt Freiheit – Freiheit von Armut und Not, aber auch Freiheit zur Erhaltung von Natur. Der Mensch gelangt damit, um mit Karl Marx zu sprechen, aus dem „Reich der Notwendigkeit“ in das „Reich der Freiheit“. Die Energieintensität, die erforderlich ist, um die Technosphäre aufrechtzuerhalten, liegt um eine Größenordnung über dem, was mit biosphärischen Energien zu erreichen ist. Mit NIEs lässt sich deshalb unsere technische Lebensumwelt nicht betreiben. Technosphäre und Ökoenergie gehen nicht zusammen. Das sieht die Ökolobby natürlich anders. So hat die Firma juwi aus Wörrstadt für Rheinland-Pfalz ein Szenario entwickelt, das für 2030 vorsieht, Strom zu 100% mittels Sonne, Wind und Pflanzenmasse zu erzeugen. Das Mainzer Umweltministerium möchte bis 2050 sogar die gesamte Energieversorgung auf „erneuerbare Quellen“ umstellen. Selbst die angesehene Fraunhofer-Gesellschaft scheint alle Bodenhaftung verloren zu haben: „Eine Energieversorgung mit 100% erneuerbaren Energien ist schon 2050 machbar“, sagte jüngst Eicke R. Weber, Sprecher der Fraunhofer-Allianz Energie. Deutschland gegen den Rest der Welt Ökoenergie-Szenarien setzen in der Regel voraus, dass der Energieverbrauch kräftig sinkt. 10-20% sollen es schon sein. Global geht es allerdings in die andere Richtung: Nach jüngsten Schätzungen aus Barack Obamas Energieministerium 1 wächst der weltweite Energieverbrauch im nächsten Vierteljahrhundert um 49%. 80% Zuwachs sind es in den sich entwickelnden Ländern, 14% in den OECD-Ländern. Das Marschtempo geben Indien und China vor: Ihr Energieverbrauch wird sich bis 2025 mehr als verdoppeln. Beide Länder zusammen werden dann ein Drittel der Energie weltweit verbrauchen. Die Nachfrage nach Strom könnte bis 2035 um fast 90% wachsen; der Anteil der Erneuerbaren daran, so das amerikanische Energieministerium, steigt im gleichen Zeitraum um 5 auf 23%. Zwischen diesem Trend und den Träumen der deutschen Ökolobby liegen offensichtlich Welten. Hier 10-20% weniger Energie, weltweit 50% mehr. Hier 100% Ökostrom, weltweit vielleicht 25% (einschließlich eines großen Anteils an Strom aus Wasserkraftwerken). Deutschland gegen den Rest der Welt – kann das gutgehen? Absehbar 14 P.T. MAGAZIN 2/2011

Gesellschaft nicht. Die NIEs können nicht halten, was ihre Verfechter versprechen. Pflanzen leisten zu wenig Das Elend fängt schon mit der Biomasse an: Menschen haben viele Jahrtausende ausschließlich auf Grundlage von Bioenergie gelebt – auf niedrigem Niveau. Zwei Fünftel der Weltbevölkerung (etwa 3,7 Milliarden Menschen) heizen und kochen immer noch mit Holz, Torf oder Dung. Was diese Menschen aus Mangel nutzen, soll in Deutschland zur erneuerbaren Vollversorgung beitragen. Strom, Wärme und Treibstoff aus Pflanzen wird, je nach Szenario, mit 10-20% angesetzt. Von allen NIEs ist die Energie aus Pflanzen jedoch die ineffizienteste. Schuld ist die Natur: Die Fotosynthese wandelt weniger als 1% der Sonnenstrahlung in Pflanzenmasse um. Pflanzen und Tiere kommen damit seit Urzeiten gut zurecht. Auch für die Nahrungsmittelproduktion reicht es, wenn der Mensch durch Düngemittel, Pflanzenzucht und Gentechnologie nachhilft. Energetisch sieht es allerdings schlecht aus: Selbst schnell wachsende Bäume in warm-feuchtem Klima liefern selten über 15 Tonnen Zuwachs pro Hektar und Jahr; in trockeneren Gebieten sind es zwischen 5 und 10 Tonnen. Dieser jährliche Zuwachs entspricht einer Leistungsdichte von mageren 0,3-0,9 Watt pro Quadratmeter. 2 Forschung zwecklos Es kommt noch ärger. Die geerntete Pflanzenmasse muss in Sprit oder Strom umgewandelt werden. Dabei treten Verluste auf. Der deutsche Chemiker Hartmut Michel – er erhielt für seine Arbeiten zur Photosynthese den Nobelpreis – hat die Umwandlungskette durchgerechnet. „Aus europäischer Biomasse hergestellte Biokraftstoffe“, so folgert er, „enthalten gerade mal ein Tausendstel der Energie des Sonnenlichts, das auf das zur Produktion der Biomasse verwendete Ackerland gefallen ist.“ 3 An dieser schlechten Bilanz kann auch Forschung nichts grundlegend ändern. Selbst wenn „Biotreibstoffe der zweiten Generation“ die Ausbeute verdreifachten, so hieße das nur, dass statt einem Tausendstel nun drei Tausendstel der ohnehin dünnen Sonnenenergie geerntet werden können. Ein Durchbruch ist das nicht. Sonne und Wind – besser, aber nicht gut genug Sonnenlicht liefert nur dünne Energie. Das ist auch gut so. Denn sonst würde alles irdische Leben verbrennen. Was aber für die Biosphäre gut ist, reicht nicht für die Technosphäre. Zwar wandeln Solarzellen rund hundertmal mehr Sonnenlicht in Strom um als Pflanzenzellen. Aber das sind in unseren Breiten im Jahresschnitt etwa zehn Watt pro Quadratmeter Photovoltaik-Fläche. Doppelt so viel gibt es in südlichen Breiten. Sechs Quadratmeter an Solarzellen wären also notwendig, damit eine Glühlampe von 60 Watt ständig leuchten kann. 4 Bei dieser geringen Leistungsdichte ist (und bleibt) Solarstrom sehr teuer, selbst mit massenproduzierten Solarzellen. Sie ist die bei Weitem teuerste der erneuerbaren Energien und trotz massiven Ausbaus im wolkenreichen Musterland Deutschland nicht einmal annähernd wirtschaftlich. Solarpapst Unbestechlich – aber käuflich Frank Asbeck 5 sagte im Jahr 2000 voraus, dass 2004 die Erzeugung einer Kilowattstunde Solarstrom 12 Cent kosten würde. Sieben Jahre später kostete sie immer noch über 40 Cent, und Asbeck versprach, 2015 Solarstrom für 24 Cent zu erzeugen. Auch das ist Schnee von gestern. Derzeit soll Asbecks Solarstrom 2015 mit 28 Cent Netzparität 6 erreichen. Mehr geht nicht NovoArgumente erscheint zweimonatlich und ist in einigen Buchläden Deutschlands und Österreichs sowie im Onlineerhältlich. Die aktuelle Doppelausgabe kostet 11,95 Euro, das Jahresabonnement Shop von www.novo-argumente.com 37,80 Euro (ermäßigt: 28,50 Euro). Kontakt Thomas Deichmann - Geschäftsführer und Chefredakteur Tel. 069 97206-701 Fax 069 97206-702 info@novo-argumente.com Aboverwaltung und Bestellservice: Erik Lindhorst Erik.Lindhorst@novo-argumente.com www.novo-argumente.com Fast 10 Mrd. Euro hat der Solarstrom die Verbraucher bislang gekostet. Dabei deckte er bislang weniger als 1% des hiesigen Stromverbrauchs. Allein der diesjährige monströse Zuwachs an Solarpanels auf deutschen Dächern wird die Verbraucher nach Schätzung der Verbraucherzentrale in den kommenden zwei Jahrzehnten 36 Mrd. Euro kosten. Die Subventionierung der Photovoltaik, so eine Studie des RWI Essen aus dem Jahr 2008, überstieg bereits damals die Steinkohlesubventionen um das Doppelte, und die Autoren wunderten sich, dass „eine derart massive Subventionierung dieser so 2/2011 P.T. MAGAZIN 15

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