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PT-Magazin 01 2019

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

PT-MAGAZIN 1/2019 © Jan Becke Gesellschaft 6 Schweiz & Franken ein sicherer Hafen für Ihr Geld? Mitnichten! Brexit, Italienchaos, Trump, Börsenbeben! Immer wieder und in letzter Zeit spürbar vermehrt stellen uns unsere Kunden in der Honorarberatung aber auch unsere Leser und Fans die Frage, ob es nicht besser sei, ihr Geld in die Schweiz zu bringen oder in den Schweizer Franken (CHF) umzutauschen, um es zu schützen vor den genannten Gefahren sowie vor Inflation, Eurocrash und Enteignung. Dies verneinen wir. Warum? Lange Zeit galt die Schweiz, völlig zu Recht, als sicherer Hafen für Vermögen. Doch die Zeiten haben sich drastisch geändert und die Schweiz hat den Status des Weltsafes längst verloren. Zu viele Eingeständnisse mussten die Eidgenossen auf Druck der USA und anderer Ländern machen . Das Schweizer Bankgeheimnis ist löchrig wie der berühmte Emmentaler Käse. Das „große Geld“ ist schon lange weitergezogen nach Singapur, in die Karibik, die USA und andere Steueroasen. Zuerst haben sich die Schweizer Banken massiv verzockt und mussten vor dem Bankrott gerettet werden, dann ist das Bankgeheimnis, vor allem auf massiven Druck der USA, die alle Mitbewerber im Steuervermeidungswettbewerb ausmerzen wollen, peu à peu abgeschafft worden. Zuletzt hatte die Schweizer Nationalbank (SNB) eine tickende Zeitbombe ins nationale Depot gepackt und den Franken an den Euro gebunden, um eine Aufwertung des Franken zu verhindern. Dies war notwendig weil es nach der Finanzkrise 2008 eine extreme Flucht in den vermeintlich sicheren Franken gab, diesen dadurch massiv aufwertete und die Schweizer Wirtschaft extrem darunter litt. Folglich wurden in der SNB Berge an Euros angehäuft - in Summe wurden über 450 Milliarden Franken in Euro investiert. Parallel wurde ein Negativzins von -0,75 % installiert. Ein weiterer Beweis, wie schlecht es um die Schweiz steht, folgt mit dieser schlechten Nachricht für alle Schweizer und Investoren in der Schweiz: Der Zins wird auch nicht steigen sondern im Keller bleiben und unserer Meinung nach sogar noch weiter sinken. Nicht nur die EZB druckt also Geld wie verrückt und drückt den Zins ins Absurde um das Geldkarussell am Laufen zu halten, sondern auch unsere Schweizer Nachbarn sind beim historischen Notenbankexperiment und bei diesem verantwortungslosen Wahnsinnsspiel ganz vorn mit dabei was der folgende Chart schön zeigt. Jetzt müssen wir einiges fett schreiben, um die Wichtigkeit zu unterstreichen. Die Devisenanlagen der SNB waren bis zur Finanzkrise 2008 immer stabil um die 50 Milliarden CHF. Dann aber ging es los mit der munteren Gelddruckerei und Bilanzausweitung. Aktuell hat man atemberaubende 90,65 % der Gesamtaktiva, das sind 793 Milliarden CHF, in Devisenanlagen investiert! Devisenanlagen sind Fremdwährungen, Anleihen und Aktien. Dies ist ein ungesundes Klumpenrisiko und wird den Schweizern unserer Ansicht nach auf die Füße fallen. Die Bilanzsumme der SNB ist dadurch auf enorme 840 Milliarden CHF angeschwollen. Sie liegt mittlerweile bei absurden 122,6 Prozent des nominalen Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP). Dies ist mehr als die Schweizer Wirtschaft in einem Jahr leistet! Damit ist die SNB Weltmarktführer, denn dies ist so hoch wie bei keiner anderen Notenbank - selbst die seit Jahren im Krisenmodus laufende Japanische Notenbank (BoJ) hat nur 93 % des BIP investiert. Um es plastisch auszudrücken: Für jeden Schweizer hat die SNB 100.000 Stutz gedruckt. Die beiden Zahlen machen ganz klar deutlich was für ein riskantes Spiel in Bern gespielt wird und wie desperat die SNB ist. Genie oder Wahnsinn? Hat die SNB das Perpetuum Mobile der Finanzwelt erfunden? Jetzt wird es bizarr: Die SNB schöpft aus dem Nichts durch das Giralgeldsystem CHF, um den Franken künstlich zu schwächen. Mit dem frisch geschaffenen Geld kauft man Unmengen an Euro und Dollar, um damit Anleihen und Aktien zu kaufen. Die SNB ist damit federführend bei der Manipulation von Wechselkursen, Anleihen, Zinsen und Aktienbewertungen. Entweder ist Thomas Jordan ein Genie und ihm werden Statuen gebaut oder er spielt das neue Spiel: Schweizerisches Roulette. Warum der Absturz der FANG Aktien der Schweiz besonders weh tut Das Aktienportfolio der SNB umfasst über 2500 Titel. Die SNB ist der größte Investor bei Apple (19 Millionen Aktien), Microsoft, Amazon, Alphabet und Starbucks. Sie besitzt mehr Facebook Aktien als deren Gründer Mark Zuckerberg! Hier das Portfolio der SNB: 2017 ging diese waghalsige Strategie gut und man hat damit einen gigantischen Gewinn von 54 Milliarden Franken eingefahren. Der enorme Gewinn 2017 wird sich so nicht mehr wiederholen. Dieser kam zustande durch eine Aufwertung

des Euro und durch Aktiengewinne. Für 2018 wird die SNB einen Verlust einfahren! Wenn sie am Euro weiter festhält bzw. wenn eine Rezession kommt und die Aktienmärkte weiter korrigieren sollte, wird es brenzlig für die Schweizer. Vor allem der deutliche Absturz der FANG Aktien (Facebook, Apple, Netflix, Google) schmerzt die Zentralbanker in Bern besonders. Immerhin ist man größter Aktionär bei Apple, Facebook und Co. Wir hatten Anfang des Jahres Aktien heruntergestuft auf Verkaufen, was goldrichtig war. Zwar hat man auch Dollar im Depot, dieser wird steigen, aber er wird die Verluste nur abfedern. Eines muss klar sein: Die SNB ist im Schwitzkasten der EZB, des Euro und der Aktienmärkte. Solange die EZB keine Zinsen erhöht, wovon wir nicht ausgehen, kann auch die SNB die Zinsen nie erhöhen. Wenn der Euro scheitert, hat die SNB und der Franken ein Problem. Das Schweizer Heer bereitete sich auf den Zerfall Europas und den Eurokollaps mit der Operation „Stabilo Due“ im Jahr 2012 und 2015 mit der Übung „Conex 15“ vor. Nach unserer Recherche ist dieses Notfallszenario nach wie vor gültig. Die SNB ist in der Zwickmühle – Ausstieg aus der Notenbankpolitik unmöglich, da sonst der Franken wieder steigt und die heimische Wirtschaft schädigt. Der Frankenschock 2015 soll 100.000 Arbeitsplätze gekostet haben. Minuszins bleibt noch lange der Status Quo. Wer tatsächlich davon überzeugt ist, dass die Schweiz und der Franken nach wie vor Sicherheit garantieren, der sollte sich die Fakten und das Portfolio der SNB genau anschauen und nochmals darüber nachdenken. Wenn das schief geht – wovon wir ausgehen – so wie bei der damaligen Bindung des Franken an den Euro, dann ist die Schweiz de facto von heute auf morgen pleite. ó Devisenreserven Währungsallokation, inkl. Derivatpositionen Gesprächspartner Die beiden Ökonomen und Querdenker Marc Friedrich und Matthias Weik schrieben gemeinsam mehrere Bestseller, u. a. „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“. Frankenwertschriften Schweizer Franken – – 100 % (100 %) US-Dollar 35 % (35 %) - - Euro 39 % (40 %) - - Britisches Pfund 7 % (7 %) - - Yen 8 % (8 %) - - Kanadischer Dollar 3 % (3 %) - - Übrige (1) 8 % (7 %) - - Anlagekategorien Bankanlagen 0 % (0 %) - - Staatsanleihen (2) 68 % (68 %) 42 % (42 %) Andere Anleihen (3) 12 % (11 %) 58 % (58 %) Aktien 20 % (21 %) - - Struktur der zinstragenden Anlagen (4) Anlagen mit AAA Rating 57 % (59 %) 77 % (77 %) Anlagen mit AA Rating 24 % (24 %) 23 % (22 %) Anlagen mit A Rating 13 % (12 %) 0 % (1 %) Übrige Anlagen 6 % (5 %) 0 % (0 %) Duration der Anlagen (Jahre) 4,7 (4,7) 8,3 (8,5) Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben gemeinsam die erfolgreichsten Wirtschaftsbestseller der letzten Jahre. “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, „Kapitalfehler - Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ und „Sonst knallt‘s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ gemeinsam mit dem DM-Gründer Götz W. Werner. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: https://www.friedrich-weik.de https://www.youtube.com/friedrichweik https://twitter.com/FRIEDRICH_WEIK https://www.instagram.com/friedrich_weik/ https://www.facebook.com/friedrichundweik/ 7 PT-MAGAZIN 1/2019 Gesellschaft

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