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PT-Magazin 01_2016_Immer wieder Neues wagen

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft

Gesellschaft PT-MAGAZIN 1/2016 Bild: obs/ZDF/ZDF/Christof Lerch 16 Tumulte bei der Registrierung auf dem LaGeSo-Gelände Berlin Kultur ändert sich Elf spontane Assoziationen zur Flüchtlingspolitik 1. Völkerwanderungen gab’s immer schon. Historische Forschungen belegen, dass sich im Römischen Weltreich Wohlstand und Offenheit bedingten. Dieses Imperium zerbrach erst dann, als die Einheimischen begannen, sich einzuigeln und das „Fremde“ bekämpften. Lässt sich das auf Europa übertragen? 2. Ich erinnere mich an einen Vortrag des damaligen Exekutivdirektors des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Prof. Klaus Töpfer. Er zeigte zwei charts: Afrika geographisch - Afrika ökonomisch. Sein sinngemäßer Kommentar: Wenn es so bleibt, werden sich eines Tages die Menschen aufmachen, das andere Ufer des Mittelmeers zu erreichen. Weit ist das nicht. Das steht uns wohl noch bevor, wenn Europa nichts für Afrika tut. Die Flüchtlingsströme heute dagegen sind eine Anerkennung unseres westlichen Wertesystems; sie fliehen vor Krieg und Diktatur. 3. Stichwort Demographischer Wandel. Vor dem in diesem Jahr merklichen Zuwachs an Flüchtlingen nach Europa haben die Experten berechnet: um die Einwohnerzahl in Deutschland auf dem Niveau von 2014 (rund 80 Millionen) zu halten, müssten bis 2035 im Saldo mehr als sieben Millionen Menschen zuwandern. Also: um den demographischen Wandel zumindest etwas abzufedern, brauchen wir Zuwanderer. Jetzt haben wir sie - warum das Geschrei? 4. Stellen Sie sich vor: Sie sitzen in einem Saal mit 80 Menschen ihrer Stadt, jetzt kommt eine Person irgendeiner Nation dazu. Wäre das auffällig? Sie leben in einem Land mit 80 Millionen, jetzt kommt eine Million dazu? Warum ist es jetzt anders? 5. Na klar: Die Zuwanderer müssen schnell Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten erhalten. Das ist der beste Garant für eine rasche Integration. Daher ist die Zusammenlegung der Führung der beiden Bundesbehörden Bun-

Bild: obs/SOS-Kinderdörfer weltweit/Hermann- Gmeiner-Fonds/Katharina Ebel/SOS-Kinderdörfer Über den Autor Dr. Hanspeter Georgi war Wirtschaftsminister des Saarlands und von 1989 bis 1999 Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland. Er ist Mitglied im Präsidium der Oskar-Patzelt- Stiftung. Verloren im Regen am Grenzübergang zwischen Serbien und Kroatien desanstalt für Arbeit und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in einer Hand zweckmäßig – eine gute politische Entscheidung. 6. Das saarländische Konzept der dezentralen Unterbringung ist der zweite Pfeiler für eine gelingende Integration, das sollte Schule machen. 7. Der diesjährige Nobelpreisträger für Ökonomie, Angus Deaton, liefert ein Entwicklungsargument. Europa müsse die Flüchtlinge gut ausbilden und qualifizieren. Wenn einige wieder in ihre Herkunftsländer - bei geänderten Bedingungen – zurückkehrten, sei das die effizienteste Entwicklungshilfe. Und als Nebeneffekt sei hinzugefügt: danach lassen sich Win-Win-Netzwerke knüpfen - mikro- wie makroökonomisch nützlich. Müssten jetzt nicht Mittel aus dem einem Ministerium ins andere umgeschichtet werden? 8. DIW-Präsident Prof. Marcel Fratzscher analysiert nüchtern und sachlich: „Die gegenwärtige Diskussion um Flüchtlinge fokussiert sich meist viel zu sehr auf die Kosten, die der Staat aufwenden muss, um die Menschen, die hier ankommen, zu unterstützen. Das ist zu kurz gedacht“. Denn, so weiter, „die Integration von Flüchtlingen führt langfristig zu positiven wirtschaftlichen Effekten“. Warum hört und liest man das nur als Randnotiz, wohingegen die Auftritte von paar Außenseitern und Unzufriedenen die Schlagzeilen texten? 9. Erfreulich das hohe bürgerschaftliche Engagement in unserem Land. Das unterstreicht die Weltoffenheit, Toleranz und Hilfsbereitschaft, besser: Nächstenliebe unserer BürgerInnen. 10. Man hört: Fachkräfte fehlten für den Sprach- und Integrationsunterricht. Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat ermittelt: derzeit sind 24.000 55-59 jährige Lehrer nicht berufstätig, unter den 60-64 Jährigen sind es 74.000 und bei den 65-69 Jährigen sogar 123.000. Könnte man durch entsprechende Anreizsysteme eine bestimmte Menge von ihnen für eine temporäre Rückkehr in den Schuldienst gewinnen? 11. Leitkultur, nicht multikulti. Klar: Unsere Rechtsordnung, in der sich unser Wertesystem widerspiegelt, ist die oberste Maxime und hat sie auch zu bleiben. Für sie müssen wir alle eintreten. Das Grundgesetz steht über Bibel und Koran. Ansonsten ändert sich eine Kultur im Zuge der Zeit - evolutorisch. Kultur ist nichts Statisches. Deutschlands Kultur 1950 und 2015, müsste man sie beschreiben, würde sich merklich unterscheiden. Allein schon beim Kirchenbesuch und Kircheneinfluss hätte man einen merklichen kulturellen Unterschied zu konstatieren. Kultur einer Gesellschaft ist wie eine Club-Kultur: mit jedem neuen Mitglied gibt es eine Veränderung, auch wenn die Regeln sich nicht ändern, die Rechtsordnung also unangetastet bleibt. ó Hanspeter Georgi Gesellschaft PT-MAGAZIN 1/2016 17 PREMOSYS GmbH Higis-Ring 17-20 D-54578 Wiesbaum Telefon: +49 (0) 6593 - 99862-0 e-Mail: info@premosys.com Premosys entwickelt und produziert optoelektronische Systeme zur professionellen Farberkennung und Farbmessung in Produktionsumgebungen die in verschiedenen Industriebereichen wie Automotive, Luft- und Raumfahrt, Elektronikindustrie, Nahrungsmittel, Konsumgüter, Drucktechnik und Medizintechnik eingesetzt werden. FINALIST 2015 www.premosys.com

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