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P.T. MAGAZIN 01/2015

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Mit welcher

Mit welcher Wahrscheinlichkeit würden Sie an Sharing-Programmen teilnehmen 67% 57% 32% 18% 53% 49% 45% 43% 22% 27% 10% 11% Quelle: zipcar / citylab.com Über den Autor Sven Gábor Jánszky ist Trendforscher und leitet die Denkfabrik 2b AHEAD Think Tank. Mit zahlreichen Trendanalysen zu den Lebens-, Arbeits- und Konsumwelten der Zukunft zählt er zu den bedeutendsten Querdenkern und Innovatoren in der deutschen Wirtschaft. Wirtschaft 50 Natürlich hat es auch damals bei technologischem Wandel, Gewinner und Verlierer gegeben. Der eine Teil der Musiker ist auf größere Bühnen gegangen, hat Fans bekommen und mehr Geld verdient. Die anderen waren passiv, haben sich nicht weiterentwickelt und sind zum Teil arbeitslos geworden. Das muss man nicht schön finden. Aber das ist die Welt in der wir leben. Wir brauchen UBER! Für den Fortschritt in unserem Land ist es höchst notwendig, dass neue Akteure die bestehenden Regeln in ihren Märkten durchbrechen. Ich nenne sie die RULEBREAKER. Denn ohne jene disruptiven Innovatoren auch in der deutschen Wirtschaft gäbe es keine Innovation in diesem Land mehr. Wo soll Sie denn sonst herkommen Von Parteien, die sich schon seit Jahrzehnten nicht mehr als visionär-gestaltende Kraft verstehen Oder von Gewerkschaften, Verbraucherzentralen und Datenschützern die ihre einstige progressive, visionäre Kraft schon lange gegen Strategien zur Besitzstandswahrung eingetauscht haben Ja, UBER nimmt den professionellen Taxifahrern ihre Sonderrechte und gibt Amateuren die Chance, auch etwas am Chauffeurgeschäft zu verdienen. Ja, UBER berechnet die Preise nach Angebot und Nachfrage. Wer UBER schon mehrfach benutzt hat, der weiß, dass es sehr günstig sein kann, aber auch unfassbar teuer. Ich habe neulich versucht, nach einem Baseballspiel in San Francisco ein UBER zu ordern. „Mindestfahrpreis: 60$“ wurde mir angezeigt. Was habe ich getan Ich habe die App des UBER- Konkurrenten Lyft gestartet. Dort war der Mindestpreis bei 40$. 20% davon geht als Provision an UBER oder Lyft, der Rest an die angeblich so wehrlosen Dumpingopfer. Sind wir da nicht eher im Taxiparadies Wann haben Sie zuletzt 48 Dollar in 10 Minuten verdient Ohne Polemik: Ja, dies ist Marktwirtschaft. Sie zeigt in Extrem-Situationen nach unten und oben gewisse Extremausschläge. Aber von einer „Dumpinghölle“ für wehrlose Fahramateure kann keine Rede sein. Wer das behauptet, der ist ein Opfer seines bisherigen Irrglaubens an eine angeblich so nachhaltiggutmenschliche „Sharing Economy“. Die hat es nie gegeben. Wie funktioniert die kommende Adaptive Economy Ich möchte Ihren Blick noch auf ein weiteres Missverständnis lenken. Denn viele unter uns fänden UBER eigentlich gut. Wenn doch nur nicht die Taxifahrer von einem neuen Monopolisten verdrängt würden. Das Problem der meisten ist wohl, dass unser angeblich so demokratisches Internet auf diese Weise seine Unschuld verliert. Oder wie Sascha Lobo sagt: Es ist „Plattform-Kapitalismus“ statt „Sharing Economy“. Dass UBER die Taxis verdrängt, ist eine Mär. Das Gegenteil ist der Fall: Wer jemals in San Francisco die UBER-App gestartet hat, der findet gleichberechtigt zu den Bestellbuttons für SUV, Medien Fahrzeug Unterkunft 18-34 Jahre 35-44 Jahre 45-54 Jahre > 55 Jahre Die neue Generation möchte nicht nur Autos teilen, sie möchte alles teilen. Das „kollaborative Konsumieren“ weicht damit die Besitz-Gesellschaft der Elterngeneration mehr und mehr auf. BlackCar, UBERX und UBERpool auch den Button „Taxi“. UBER versorgt die Taxifahrer mit Aufträgen, allerdings zu den Spielregeln von UBER, nicht zu denen der Taxizentralen. Dies ist die Kernbotschaft, die ich seit vielen Jahren in Strategietagungen und Vorstandsklausuren diskutiere. Wir kommen aus der Industriegesellschaft, in der der Besitz von Infrastruktur (also Produktion, Logistik und Shops) automatisch die Macht über den Kunden sicherte. Aber seit mehr als zehn Jahren zieht in den meisten Branchen eine „Build something 100 people love, not something 1 million people kind of like.” Brian Chesky, CEO AirBnB neue, kostenlose Infrastruktur ein: Das Internet. Auf diese Weise wird der Besitz von Infrastruktur von der Macht über das Geschäft entkoppelt. Die Macht über die Kaufentscheidungen der Kunden geht auf jene Unternehmen über, die die Kundendaten besitzen und damit das Produkt in jeder Situation perfekt und adaptiv auf den Kunden zuschneiden können. Das ist der Grund, warum etablierte Player in allen Branchen zu Softwareunternehmen werden müssen. Was wirklich passiert: Keine Einheits- Produkte zu Einheits-Preisen für Einheits-Kunden Es gibt künftig keine Einheits-Kunden mehr, die zu Einheits-Preisen mit Einheits-Datenschutzlevel und Einheits- Zielgruppenbedürfnissen in Einheits- Taxis fahren. Stattdessen zieht in unsere Geschäftsmodelle eine wohltuend, menschliche Logik ein: Wir sind keine Einheits-Menschen. Wir möchten manchmal in der Limousine fahren und mehr bezahlen, manchmal beim Nachbarn mitfahren und weniger zahlen, ab und ab vielleicht in der Gruppe mitfahren und noch weniger zahlen und es gibt auch diejenigen die weiterhin Taxi fahren wollen, weil sie der Marke vertrauen. Sollen Sie es tun! Es ist eine Mär, dass Kunden nach einem Einheitspreis für Taxis, nach einem Einheits-Taxi streben. Vermutlich wollten die Kunden das noch nie. Wir haben es Ihnen aber bisher aufgezwungen. Dies wird sich jetzt ändern. Auf Grundlage P.T. MAGAZIN 1/2015 von Datenanalysen mit denen Produkte und Services adaptiv gemacht werden. Das ist der Grund, warum ich nicht von einem Plattform-Kapitalismus sprechen würde. Wir haben es mit einer kommenden Datenanalyse-Wirtschaft zu tun. Ich nenne sie die Adaptive Economy. Gut oder Böse Die Moral der modernen Maschinenstürmerei Ist diese entstehende Adaptive Economy nun gut oder böse „Ökonomisiert AirBnB wirklich die Gastfreundschaft“, wie Byung-Chul Han beklagt Der bekannte Kapitalismuskritiker verweist zu Recht darauf, dass es in der neuen digitalen Welt keine Institutionen mehr gibt, die das Böse verkörpern können. • Konzept-Entwicklung- Konstruktion • Qualitätsplanung- Erprobung-Bemusterung •Projektmanagement •Serienfertigung Kunststofftechnik Backhaus GmbH Waldheimstraße 8 58566 Kierspe Tel: 023 59 – 906-0 Fax 049 23 59 – 75 79 E-Mail:info@kb-backhaus.de In der Adaptivitätswirtschaft wird kein guter Mensch von einer bösen Macht zu etwas gezwungen. Wenn jemand böse ist, dann sind wir es selbst. Dies ist der Gedanke, der Stefan Schultz im Spiegel fordern lässt, wir müssten unser eigenes UBERmenschentum verhindern, indem wir den Innovatoren verbieten, die Regeln zu brechen. Bei aller Liebe für Wortspiele: Dies ist reichlich dick aufgetragen. Wenn wir ehrlich sind, reden wir ja gar nicht einmal über etwas Neues: Erinnern Sie sich noch, wie Sie in ihrer Kindheit getrampt sind Irgendwann, noch lange vor der Digital- Ära, entstanden dann Mitfahrzentralen. Plötzlich gab es kaum noch Tramper. Offensichtlich war den meisten von uns 2014 die Bequemlichkeit wichtiger als das Warten auf die „zweckfreie Freundlichkeit“. Zweifellos ist damals eine gewisse Kommerzialisierung des Trampens eingetreten. Aber ist das schlimm Ich bitte Sie herzlich, die moderne Maschinenstürmerei zu überdenken. So populär sie auch sein mag. Wir brauchen kein Verbot von UBER. Wir brauchen mehr UBERs. Und wir brauchen viele deutsche UBERs. Auch in Ihrer Branche. Denn das, was wir heute im Taxigeschäft sehen, ist nur ein Vorgeschmack darauf, was wir in den kommenden Jahren in Ihrer Branche erleben werden. • Sven Gábor Jánszky www.kb-backhaus.de

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