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P.T. MAGAZIN 01/2015

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Der D-Zug rollt durch

Der D-Zug rollt durch Pakistan Eigentlich will D-Rolf Becker nur seinen BMW aus Pakistan zurückholen. Doch tiefe Schluchten, zähe Verhandlungen und meinungsstarke Maschinengewehre machen schnell klar, dass dieses Unterfangen alles wird, nur nicht einfach. Wirtschaft 42 Ein Jahr ist es her, dass D-ROLF Becker mit einem BMW auf der Seidenstrasse gen Pakistan zog und dabei Ukraine, Georgien, Iran und Afghanistan durchquerte. Überstürzt mussten er und seine Begleiterin Margrit B. Krueger Land und BMW verlassen. Wieder einmal wurde der berüchtigte Nanga Parbat seinem Ruf als Schicksalsberg gerecht: Als Polizei verkleidete Extremisten töteten in unmittelbarer Nähen zehn Bergsteiger und auch Margrit und D-ROLF schwebten in akuter Gefahr. Bewaffnete Truppen eilten ihnen zu Hilfe und empfahlen, schnellstmöglich das Land zu verlassen. Es wäre keine ausreichende Sicherheit mehr zu gewährleisten, sagten die Militärs. Insbesondere durch ihren auffälligen BMW seien sie ein gutes Ziel für die Taliban. Also Rückzug. In aller Eile wird der BMW einem Treuhänder übergeben und man plant, diesen im Frühjahr 2014 zurückzuholen. Salem Aleykum Pakistan, aber D-ROLF gibt nicht auf! Britisch Indien vor Augen und ein bisschen „Sprit“ im Rucksack Leipzig im April 2014, D-Rolf Becker steht am Flughafen. Noch einmal erinnert er sich an die Geschehnisse des Vorjahres. Er ist nervös, aber entschlossen wieder nach Pakistan zu reisen: „Vor Pakistan hatte ich aufgrund der Erfahrungen vom Vorjahr schon ein brenzliges Gefühl.“ Auf- oder gar abhalten lässt er sich aber nicht, schließlich hat er ein Ziel: Das Carnet de passage – das ADAC-Deposit für den BMW auslösen. Und das geht nicht ohne Auto. Mit dem Flugzeug reist Rolf über Istanbul nach Karatschi. Im Gepäck hat er jede Menge Elan, Schrauben, Klebeharz und einen Akkubohrschrauber… und ein bisschen Alkohol für seinen pakistanischen Reisebegleiter Fahat. Dieser will D-ROLF am Flughafen der Mega- Metropole empfangen und ihn durch den VIP-Eingang am strengen pakistanischen Zoll vorbeischleusen, denn Alko- Müll an jeder Ecke. Pakistan kämpft mit der Umweltverschmutzung. hol ist in Pakistan für Muslime verboten und die Einfuhr mit Drogenschmuggel gleichzusetzen. Nach einem langen Flug steht Rolf nun morgens um vier im Flughafen-Labyrinth von Karatschi, allerdings allein, denn Fahat ist nirgends zu sehen. Die Sicherheitsschleusen hat D-ROLF mit Allahs Hilfe und etwas Glück überwunden. Doch jetzt macht sich das Fehlen seines pakistanischen Reiseführers bemerkbar, denn zum Nanga Parbat sind es noch fast 2.000 Kilometer nordostwärts. Diese Strecke als Fremder allein und ohne Auto in einem streng islamischen, militärisch geprägten und unwegsamen Land wie Pakistan – selbst für D-ROLF eine schwierige Herausforderung. Deshalb zuerst einmal ins Hotel und dann Kontakt zu Fahat aufnehmen. Am Taxistand eine Überraschung: Der Taxifahrer will Rolf mitnehmen, aber sein Taxi steht hinter einem Gebüsch. Verwundert aber entschlossen geht Rolf mit ihm und plötzlich steht er Fahat gegenüber. „Los geht die Reise! Das heißt nein, vorher müssen wir… … noch ein paar wichtige Dinge erledigen!“, so oder so ähnlich verkauft Fahat, der Sohn eines Ex-Generals, D-ROLF die einwöchige Promo-Tour durch Karatschis High Society . Wo sich die Möglichkeit bietet, ihn als „German Engineer“ oder „German answer to Mr. Bean“ zu präsentieren – und vielleicht die ein oder andere Rupie hinzuzuverdienen – muss D-ROLF als Maskottchen herhalten. Er weiß, dass er auf Fahats Hilfe angewiesen ist, aber nach einer Woche andauerndem Händeschütteln, Teetrinken, Erzählen und Lächeln vergeht auch Rolf langsam die Lust, denn er will ja eigentlich weiter, den BMW abholen. „Ich will ein Zugticket nach Rawalpindi!“, macht er seinem wachsenden Unmut über die Werbetour Luft und fordert von Fahat die zugesagte Hilfe ein. Mit einer Woche Verspätung sitzen der hallesche Weltenbummler und Fahat nun im Nachtexpress nach Rawalpindi, der Schwesterstadt von Islamabad. Zwei Vorne Knarre, hinten Knarre, dazwischen jede Menge Mensch und Gepäck – Buskonvoi in Pakistan. Dinge fallen während der Fahrt auf: zum einen, dass das mit dem Alkoholverbot nicht für alle zu gelten scheint – ein pakistanisches Pärchen leert fröhlich eine Flasche nach der anderen – und zum anderen ein Zugwrack in der Gegenrichtung. Der Zug von Islamabad nach Karatschi wurde nur kurz zuvor Ziel eines Bombenanschlags. Einige Zivilisten verlieren dabei ihr Leben. Alltag in Pakistan. Alltag auch die erste Amtshandlung in Rawalpindi: Bodyguardbeschaffung. „Waffen, Sicherheitskräfte und Kontrollen, davor strotzt Pakistan nur so“, sagt D-ROLF nachdenklich. Und tatsächlich, die vielen Kalaschnikows, die engen und unübersichtlichen Pass-Straßen und der wachsende religiöse Extremismus in Pakistan zeigen, dass man sich bei P.T. MAGAZIN 1/2015 P.T. MAGAZIN 1/2015 Reisen ins Landesinnere besser nicht nur auf gute Wanderschuhe und das eigene Glück verlassen sollte. Ritt auf der Rasierklinge Nachdem man sich von der Fahrt ein wenig erholt hat und mit Fahats Hilfe der Sicherheitsstandard auf das landestypische Niveau gebracht ist, steht die nächste Etappe auf dem Programm: Mit dem Bus über den Karakorum- Highway Richtung Gilgit. Das bedeutet 24 Stunden Fahrt im Konvoi, mit Rundumbewaffnung versteht sich. Während Geländewagen mit schwerem MG die Ordnung an Anfang und Ende des Konvois wahren und strikt ihre Position halten, überholen sich die Busse in der Mitte munter auf den engen und gewundenen Hochgebirgsstraßen. Eine verblüffende Taktik, deren tieferer Sinn sich auch nach längerer Betrachtung nicht erschließt. Das pakistanische Hasard, das unter dem Motto „Ankunft oder Abgrund“ läuft, begleitet auch ein Esel der im Gepäckraum mitfährt. Die tierische Frischelieferung findet nach 14 Stunden allerdings ein jähes Ende, da D-ROLFs Bus einen Achsbruch erleidet. Er muss weiter, das sehen auch die Soldaten im Konvoi so. Nach Teezeremonie und Ohne Bewaffnung und Sicherheitskräfte kommt man in Pakistan nicht weit. Debatten rasen sie mit Blaulicht und Sondersignal an mörderischen Abhängen entlang und bringen D-ROLF zum nächsten Bus. Endstation Hoffnung Zehn Stunden später erreichen die Reisenden Buner Das, die provisorische Hei- Auch Weltenbummler brauchen mal ‘ne Pause. mat des BMW. Endlich! Nun ist es nur noch ein kleiner Schritt, ein paar Formalitäten, dann kann man dem arabischen Meer entgegenbrausen. Doch gerade die Formalitäten scheinen in Pakistan ein Problem zu sein, denn Khan, der BMW- Hüter auf Zeit, sieht sich an die getroffene Vereinbarung nicht mehr gebunden und möchte den Achtzylinder aus Bayern lieber für sich behalten. Um das automobile Glück nicht zu gefährden, beschützt er sein Grundstück mit wenig gesprächigen Wächtern und scharfer Munition. D-ROLF in Not, aber die macht bekanntlich erfinderisch. Er schildert in der nächsten Polizeistation die Sachlage und wird – Fahat sei Dank – von fünf Ordnungshütern und Geländewagen mit MG unterstützt. Der Geländewagen verweigert allerdings den Dienst. Also alle Mann ins Taxi. Die Herren mit den AK47 erleichtern die folgenden Verhandlungen erheblich. Am nächste Tag soll die lecke Ölwanne am Auto abgedichtet und die Fahrbereitschaft hergestellt sein, garantiert man Rolf, denn beim BMW ist sprichwörtlich die Luft runter. Die Nacht verbringen Rolf und seine Begleiter in der Polizeistation. Man hat ihm hier ohne großes Federlesen ein Offizierszimmer angeboten. Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft sind in Pakistan trotz aller Probleme weit verbreitet und stünden auch manchem mitteleuropäischen Staat gut zu Gesicht. Ein neuer Tag bricht an in Buner Das. Die Nachtruhe endet abrupt, weil lautstark. Dennoch ist D-Rolf ausgeruht und voller Schaffenskraft, und die wird er sehr bald brauchen, denn die gewünschte Reparatur des BMW muss ausgesprochen früh beendet worden sein – der Wagen sieht unverändert aus. D-ROLF muss selbst Hand anlegen und beginnt mit dem mitgebrachten Bohrschrauber und einer chinesischen Luftpumpe. Außen hui, birgt der BMW innen jedoch die eine oder andere Überraschung, denn was nicht niet- und nagelfest war, hat inzwischen den Besitzer gewechselt, selbst D-ROLFs alte Arbeitskleidung. Fast geschafft, nur noch die Ölwanne. Mit einem 4x4 wird der BMW auf eine „Rampe“ aus Steinen und Balken gezerrt und seine Unterseite verarztet. Mit Einbruch der Dämmerung sind die wichtigen Arbeiten abgeschlossen, Öl und Benzin nachgefüllt. Jetzt könnte es losgehen… doch vorher will der örtliche Polizeigeneral noch einmal von D-ROLF und seiner wagemutigen Befrei-

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