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P.T. MAGAZIN 01/2015

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Steil ist geil

Steil ist geil „Senkrecht in den Himmel und das möglichst hoch.“ Der Bau moderner Wolkenkratzer durchbricht alle Grenzen, auch die der Vernunft Gesellschaft 10 P.T. MAGAZIN 1/2015 2010 wurde in Dubai das „Burj Khalifa“ eröffnet, 830 Meter feinster Stahlbeton verteilt auf 189 Etagen ragen seitdem in den arabischen Wüstenhimmel. Ein Rekord für die Ewigkeit Mitnichten. Schon innerhalb der nächsten fünf Jahre wird es mindestens einen neuen Hyper- Wolkenkratzer – so lauten mittlerweile die Kategorien – geben, der diesen Rekord brechen wird und die magische Linie von 1.000 Metern übertrifft. Aber auch das soll nach dem Willen einiger ambitionierter Städteplaner und Architekten noch nicht alles gewesen sein, obgleich Aufwand und Nutzen beim Bau der Kolosse schon längst nicht mehr in einem gesunden Verhältnis stehen. Es war einmal… in Amerika, genauer gesagt in Chicago. 1871 zerstörte ein verheerender Brand in der nordamerikanischen Metropole einen Großteil der Innenstadt, auf den ein flächendeckender Wiederaufbau folgte, der die städtische Architektur nachhaltig veränderte. Durch den neu gewonnenen Platz konnten zum einen moderne Gebäudetypen errichtet werden. Zum anderen setzte in den Folgejahren nach dem Brand ein massives Bevölkerungswachstum in Chicago ein, das die Grundstückpreise in die Höhe trieb. Um die Wirtschaftlichkeit der Gebäude weiterhin gewährleisten zu können, bauten die Grundstückseigner zunehmend in die Höhe. So entstand im Jahre 1885 mit dem zehnstöckigen „Home Insurance Building“ in Stahlbauweise das erste Hochhaus nach heutigen Maßstäben. Damit setzte ein bis dahin ungekannter Höhen-Bauboom ein. Bereits 1894 wird mit dem „Manhattan Life Building“ in New York das erste Gebäude errichtet, das die Hundert-Meter-Marke überbietet. Schon fünfzehn Jahre später hat sich dieser Wert verdoppelt und der „Metropolitan Life Tower“ ist mit 213 Metern das höchste Gebäude der Welt. Freilich hat auch dieser Rekord nicht lange Bestand: 1931 wird mit dem 381 Meter hohen „Empire State Building“ ein weiterer Gigant fertiggestellt. 1972 überbietet der Nordturm des „World Trade Center“ mit 417 Metern diesen Rekord. Von diesem Punkt an kommt vorübergehend etwas Ruhe in den Wettstreit um das höchste Gebäude der Welt. Die Gebäudehöhen steigern sich nur langsam. Mit dem „Taipei 101“ im Jahre 2004 wird nicht nur die 500 Meter-Marke durchbrochen, sondern gleichsam eine neue Konjunkturphase des Wolkenkratzerbaus eingeläutet, die mit dem 2010 eröffneten „Burj Khalifa“ und 830 Metern Höhe ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. „Das höchste Gebäude der Welt zu bauen, ist ein Traum für jeden Architekten.“ Damit spricht Chung Ping Wang, der Architekt des Taipei 101, wahrscheinlich vielen seiner Kollegen aus der Seele, die Sache hat allerdings einen kleinen Haken, auf den sein bekannter deutscher Kollege Albert Speer junior verweist: „Ich halte jedoch eine Größenordnung von mehr als 400 Metern Höhe für absoluten Blödsinn, denn solche Bauten sind einfach unwirtschaftlich und überflüssig“. Speer begründet seine Sicht vor allem damit, dass Wolkenkratzer riesige Mengen Energie verschlingen – allein schon für Liftanlagen wird überdurchschnittlich viel Elektrizität benötigt. Rohre, andere Leitungssysteme sowie die Sicherung einer intakten Statik tun ihr Übriges, den technischen und finanziellen Aufwand zu vergrößern. So hat das „Burj Khalifa“ einen durchschnittlichen Wasserbedarf von 946 Kubikmetern. Knapp eine Million Liter Wasser, pro Tag wohlgemerkt. Auch der tägliche elektrische Spitzenlastwert, der bis zu 50 Megawatt beträgt, weist den Hyper-Wolkenkratzer in Dubai nicht unbedingt als Stromsparer aus. Dieser Verbrauch rührt auch daher, dass es im „Burj Khalifa“ nicht möglich ist, die Fenster zum Lüften zu öffnen, stattdessen muss die Klimaanlage einspringen. Abgerundet wird das Bild des ineffizienten Hochbaus durch 40 Fensterputzer, die rund um die Uhr im Einsatz sind, um den verglasten Riesen von außen sauber zu halten. Wozu Hochhäuser Wenn Wolkenkratzer bezogen auf die technischen Hürden und die Energiebilanz so tückisch sind, warum werden sie dann gebaut Nüchtern betrachtet gibt es hierfür drei wesentliche Gründe: Bevölkerungswachstum, Platzmangel und Grundstückspreise. Wie schon Ende des 19. Jahrhunderts in Chicago ist ein Wolkenkratzer auch heute noch ein probates Mittelchen, um aus teurem Bauland maximale Gewinne zu ziehen. Gleichzeitig wird es für Länder wie China mit seinen ungebremst wachsenden Metropolen immer schwieriger, verfügbaren Raum und Infrastruktur zu einer funktionierenden Einheit zusammenzubringen. Stellen Sie sich vor, die 23 Mio. Einwohner Shanghais würden allesamt in Einfami- Foto: © Joi Ito / flickr.com / CC BY 2.0 830 Meter verglaster Stahlbeton. Das „Burj Khalifa“ ist der höchste Wolkenkratzer der Welt, noch! lienhäusern leben. Die benötigte Grundfläche wäre gigantisch; ein geordneter Berufsverkehr wäre durch das Fehlen zentraler Anlaufpunkte (U-Bahnstationen etc.) sowie die enormen Entfernungen unmöglich. Damit verbunden wäre auch eine noch stärkere Umweltbelastung durch den Verkehr sowie die allgemein schwere Administration dieser Masse an Einwohnern und Gebäuden. Foto: © Al Jazeera English / Flickr.com / CC BY-SA 2.0 Mit 601 Metern ist das Mecca Royal Clock Tower Hotel in Mekka „nur” das dritthöchste Gebäude der Welt. Die Ausmaße sind trotzdem gewaltig.

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