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P.T. MAGAZIN 01/2014

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft 16 Glauben

Gesellschaft 16 Glauben Sie, dass wir von allem viel zu viel haben und uns mit weniger zufriedengeben sollten? Trifft überhaupt nicht zu Trifft eher nicht zu Trifft eher zu Trifft ganz genau zu 8% 21% 27% 42.7% 0 10 20 30 40 50 Quelle: Spiegel fertige Produkt für den Endkonsumenten bereit steht. Fällt der weg, ist die Kette gesprengt. So wird es beispielsweise den Nähern in den menschenunwürdigen ausländischen Produktionshallen recht wenig nützen, wenn die Deutschen massenhaft ihre Erzeugnisse um der Nachhaltigkeit willen boykottieren. Wo die Mundwinkel sich beim einen – im Glauben das Richtige zu tun – nach oben wenden, zeigen sie beim anderen dank Hunger und Perspektivlosigkeit nach unten. Das gilt im Übrigen auch für Angestellte in Deutschland, die in der öffentlichen Wahrnehmung den falschen Arbeitgeber haben. ohne Auto ganz gut lebt? Man bewegt sich mehr und stärkt die eigene Gesundheit, und das Fernsehprogramm wird ohnehin immer schlechter. Damit jedoch endet die neue deutsche Vernunft nicht, im Fokus der grünen Optimierung liegen auch alle anderen Bereiche des Konsums: Textilien, Elektrogeräte und natürlich Nahrungsmittel. Überall zeigt sich nicht nur Spar- sondern vor allem Nachhaltigkeitspotenzial. Die Kleidung nicht mehr aus der Ausbeuterfabrik südostasiatischer Staaten, das Essen stets nur noch frisch und gesund aus der „Grünen Oase“ um die Ecke oder direkt vom Bauernhof. All das scheint so klug und richtig und ist trotzdem nicht nachhaltig. falt der heutigen Konsumwelt hervorgebracht haben, über lange Zeiträume hinweg gewachsen sind. Dadurch haben sich innerhalb der langen Kette vom Rohstoff zum Produkt engmaschige und starke Abhängigkeitsverhältnisse entwickelt. Der Rohstofflieferant hat einen Abnehmer, dieser verkauft an weitere Zwischenhändler/Unternehmen bis schließlich das Nichts ist umsonst Vergleichbar mit einem Medikament, das gegen ein schweres Leiden hilft, aber unter Umständen erhebliche Nebenwirkungen hat, zeigt sich der derzeitige Wandel zur nachhaltigen Gesellschaft. Die Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung und die bestehenden Beziehungen können nicht einfach negiert werden, indem eine 180° – Wende hin zu einer ökologisch und ökonomisch bewussten Der große Irrtum Allzu schnell wird bei alldem vergessen, dass das Wachstumsstreben der Industriestaaten und aller die ihnen nacheifern, dazu beigetragen hat, „[…]dass die Zahl der in absoluter Armut lebenden Menschen trotz des Wachstums der Weltbevölkerung stark zurückgegangen ist, viele soziale Probleme verbessert und vor allem in den Industriestaaten Wohlstand und Lebensqualität massiv erhöht wurden“, wie die Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge und Prof. Dr. Uwe Schneidewind feststellen. Hinzu kommt, dass die Strukturen, die die Viel- Nicht nur Umweltzerstörung: Die Industrialisierung hat Fortschritt und Wohlstand gebracht und viele gesellschaftliche Probleme gelöst. (Foto: Dirk Vorderstraße/Flickr.com) P.T. MAGAZIN 1/2014

P.T. MAGAZIN 1/2014 Gesellschaft vorgenommen wird. Es muss dabei allen klar sein, dass auch Verzicht einen Preis hat, der gezahlt werden muss. Und das nicht nur im eigenen Land, sondern auch weit darüber hinaus in Ländern, die so fern und anonym erscheinen. Nachhaltigkeit kann es nur im Ganzen geben, sie ist mitnichten eine bequeme und schnelle Lösung die einfach umgesetzt werden könnte. Einschränkung für alle Eines steht fest, (wirtschaftliches) Wachstum ohne Rücksicht auf Natur und Soziales ist nicht zukunftsfähig. Deswegen sind Veränderungen in dieser Richtung nicht nur vernünftig, sondern auch logisch. Im Fall der Nachhaltigkeitsdebatte bedeutet dies aber ein deutlich tiefergehendes und komplexeres Umdenken als den meisten klar ist. Wer seinen eigenen Konsum beschneidet oder Veränderungen in der Konsumstruktur vornimmt, der beschneidet damit auch die Handlungsmöglichkeiten eines anderen, selbst wenn er es nicht will. Für Produktionsausfälle müssen dann Kompensationsleistungen erbracht werden, sei es durch Preissteigerungen von (Import-)Produkten oder äquivalente Entwicklungsinvestitionen in Erzeugerregionen und -ländern etc. Ganz wichtig aber: Echte Nachhaltigkeit bedeutet kurz- und mittelfristig Beschränkung für alle, das bedeutet für die Industrienationen aber nicht nur den freiwilligen Verzicht auf bestimmte Konsumgüter, sondern vor allem bis dahin ungekannte wirtschaftliche Begrenzungen mit allen Konsequenzen. Erst langfristig, das heißt Generationen übergreifend, werden sich auf dieser Basis neue Beziehungen und Entwicklungen ergeben, die als Fortschritt bezeichnet werden dürfen und echte Nachhaltigkeit darstellen. Die kurzfristige und einseitige Verzichtserklärung der Industriegesellschaften wird nichts hervorbringen, was als nachhaltige Entwicklung gelten kann, denn wie schon der Volksmund sagt: „Von Nichts kommt nichts“. n Gunnar Marquardt SYKO-SILO SYSTEM KOCHER – HOCHREGALSILOS IN PERFEKTION Seit über 45 Jahren bieten wir auf Kundenwünsche ausgerichtete Komplettlösungen mit Dach- und Wandverkleidung für vielfältigste Lageranforderungen. ” Die Spezialisierung im Silobau und die Qualität unserer Leistungen sind tragende Säulen unseres Unternehmens. ” www.kocherregalbau.de

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