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P.T. MAGAZIN 01/2014

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft 14 konnten

Gesellschaft 14 konnten mehr Kriminelle festgenommen werden, es sank in bestimmten Vierteln die Kriminalitätsrate – nur um anderswo anzusteigen. Das „perfekte Verbrechen“ ist unter dem Druck der Prognostizierbarkeit jenes, was dem Muster an „vorbildlichen Verbrechen“ am wenigsten entspricht. Verbrecher werden sich also verstärkt darum bemühen, unberechenbar zu sein. Zudem sind Daten, Prognosen, Verknüpfungen seit jeher fehlerhaft: In den 80er Jahren galt das Waldsterben durch sauren Regen als praktisch sicher, man ging fest von einem baumlosen Deutschland im Jahr 2000 aus. Ein Trugschluss, wie sich leicht feststellen lässt. Big Data kumulieren heutzutage Informationen vielleicht etwas besser und genauer, dennoch sind ihre Ergebnisse weiterhin statistischer Natur. Selbst bei extremer Genauigkeit der Algorithmen kommen Fehler relativ oft vor, wenn man sie auf Hunderte Millionen Menschen anwendet. Der Einzelfall bleibt im Meer der Information unentdeckt – und zum Querdenken immer noch genug Freiraum. Dennoch sind einige Folgen bedenklich. Kontrollverluste „Wenn man genug Daten hat, lassen sich immer Dinge konstruieren, um jemandem das Leben schwer zu machen“, sagt Dirk Helbing, Soziologieprofessor an der ETH Zürich und führt das Beispiel des ehemaligen CIA- Chef Petraeus an, der wegen einer Liebesaffäre seinen Job verlor. Wir werden mit jedem gesammelten Byte über uns ein Stück verwundbarer. Wer sich seiner Verwundbarkeit bewusst ist, wird eventuell mehr Angst haben, neue Ideen zu entwickeln, quer zu denken oder Dinge in Frage zu stellen. Darin liegt, so Helbing, das eigentliche Problem von Big Data: Im Verlust von Meinungsvielfalt und Pluralität, die die Erfolgsgaranten von Demokratie und Innovation sind. Wohin die Übertragung wirtschaftlicher Prozesse in rechnergestütztes Zahlenmaterial geführt hat, zeigt überdies ein Blick in die Geschichte: Auch die russischen Ökonomen waren von der Planbarkeit von Produktion und Innovation überzeugt. Sie fütterten ihre Elektronengehirne und Großrechenmaschinen mit zigtausend Informationen, um ein Optimum an Leistungsfähigkeit aus ihren Produktionsbetrieben zu quetschen. Gebracht hat es, außer viel mathematischem Gewichtheben, den volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps. Auch in Zeiten von Big Data waren und sind Unvorhersagbarkeit, Kreativität und Überraschung der Motor für freies und innovatives Handeln. Das, was uns vorrangbringt, ist nicht die Prognose für morgen aus den Daten von heute. „Am Äquator wurde noch nie etwas wirklich Großes erdacht“, heißt es beim Schriftsteller Harry Mulisch, was sich wunderbar auf das Tageszeitenklima der Big Data übertragen lässt. Wer Routinen folgt, wird nichts Großes erreichen. Im unternehmerischen Alltag wie im gesellschaftlichen Zusammenleben. Und da wir gerade von Klima reden: Die 3-Tages-Wetterprognose für unsere gemäßigten Zonen ist in den vergangenen 30 Jahren trotz tausender Computer, Algorithmen und Sensoren lediglich um ca. 4 Prozent genauer geworden. Big Data muss anscheinend noch viel lernen. n Jörg Petzold P R E I S T R Ä GER Großer Preis des MITTELSTANDES 2013 D Partner für maßgeschneiderte Komplexleistungen und individuelle Lösungsansätze. Unser tägliches Handeln ist geprägt durch einen hohen Qualitätsanspruch und eine nachhaltige, zukunftsorienterte Wirtschaftsweise. www.oppitz-dienstleistungen.de B Unser Brauhaus steht für Bier, Genuss und Kultur in der Sängerstadt. Unfiltrierte und hochqualitative Biere sind unser Markenzeichen. C www.finsterwalder-brauhaus.de Die Oppitz-Catering GmbH achtet auf höchste Qualität und abwechslungsreiche Vielfalt bei der Auswahl der Lebensmittel. Wir beziehen frische Produkte bei qualitätsgeprüften Lieferanten aus der Region. www.oppitz-catering.de

Des einen Freud, des andern Leid Die Deutschen sind auf der Suche nach dem Glück. Das heißt Verzicht und macht alles noch schlimmer. Deutschland soll zum Vorreiter der green economy werden. Von Staats wegen verordnet der Ausstieg aus der Atomenergie, die Wende hin zu grüner, sauberer Energie. Die Bevölkerung besinnt sich auf Wesentliches: Glück statt Konsum, Selbstverwirklichung statt schnöden Mammon. Eines steht dabei ganz oben auf der Liste, „Nachhaltigkeit“. Alles soll hierzulande besser, fairer, vor allem aber nachhaltiger werden. Das bedeutet eine Sehnsucht nach unverseuchter Nahrung, sozialer Gleichheit und maßvollem Konsum. Am Ende dieser Sehnsucht steht dann eine bessere Welt! IRRTUM! Leben über den Verhältnissen Wie man es dreht und wendet, in Deutschland, so wie in allen anderen Industrienationen auch, wird über die Verträglichkeitsgrenzen der Natur hinweg gelebt und gearbeitet. Experten wie Prof. Dr. Meinhard Miegel stellen fest, dass es etwa drei oder vier Erden bräuchte, wenn die gesamte Welt den deutschen Lebensstil pflegen würde. Kurios dabei: In Krisenzeiten oder Stagnationsphasen der Güter- und Konsumindustrie atmet die Natur sprichwörtlich auf. Die Zunahme von CO2 in der Atmosphäre sowie des Säuregehalts in den Meeren verlangsamen sich. Als 2010 der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausbrach, musste in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas der Flugverkehr vollständig bzw. teilweise eingestellt werden. Dafür wurden pro Tag etwa 200.000 Tonnen CO2 weniger in die Atmosphäre ausgestoßen. Weg vom Konsum Da ist es nicht verwunderlich, dass Forderungen laut werden, den Konsum einzudämmen oder zumindest Standards zu etablieren, die den Tragfähigkeitsgrenzen der Erde entsprechen. Nach langen Diskussionen in Politik und Öffentlichkeit sind erste Konsequenzen gezogen: Raus aus der Atomenergie, Verringerung des CO2-Ausstoßes bei Autos und Industrieanlagen. Ganz nebenbei wird aber auch der einzelne Bürger zum Umdenken aufgefordert. Dieser wirft ein Viertel seines Essens weg, besitzt mehrere Autos und Fernseher, arbeitet zu viel und überlässt sein Vermögen verantwortungslosen Bankern und Spekulanten. Auch der Durchschnittsbürger soll – oder will – seinen Beitrag zur Besserung leisten, und dies durch nachhaltigen Verzicht. Man braucht nicht viel zum Glück Nachdem sich die Wirtschafts- und Konsumkultur der Deutschen über Jahrzehnte entwickelt und ausgeprägt hat, soll nun ein neuer Weg eingeschlagen werden. Nur noch ein Fernseher statt zwei oder drei, dasselbe bei den Autos, wenn überhaupt. Tatsächlich kann sich das als kluger Schritt erweisen, denn braucht man all diese Dinge wirklich? Ist es in Wahrheit nicht so, dass man – zumindest in größeren Städten – auch P.T. MAGAZIN 1/2014 (Foto: Philippe Put/Flickr.com)

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