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P.T. MAGAZIN 01/2014

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Selbstständige Schulen

Selbstständige Schulen wagen! In acht Thesen zum schwedischen Modell: Hanspeter Georgi über den dringend benötigten Innovationsschub für unsere Bildungslandschaft Gesellschaft 10 (Foto: Bildarchiv, ÖNB Wien) (Foto: The Friedman Foundation for Educational) (Foto: Bayer AG) J. Schumpeter: Nur wenn sich Volkswirtschaften immer wieder neu erfinden, haben sie eine echte Überlebenschance. Nobelpreisträger Milton Friedman: Bildungsgutscheine befreien Eltern vom Zwang zur örtlichen oder billigsten Schule. Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender Bayer AG: „Die Deutschen wollen Fortschritt, ohne etwas zu wagen“. 1. J.M.Keynes hat die Diagnose gestellt: die Praxis folgt den Ideen. Gewiss, das muss nicht immer zwangsläufig so sein. Oft genug wird abgewartet und beobachtet, was die anderen machen. Im Erfolgsfall kommen dann aber die Nachahmer. Der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter sprach in diesem Kontext von der Innovation, die der dynamische Unternehmer wagt, während er die Nachahmer als „schlechte Wirte“ bezeichnete. 2. Was für Unternehmer und Unternehmen gilt, lässt sich auch auf ganze Länder oder Politikbereiche übertragen. So warten wir Bürger hinsichtlich der Sozialpolitik immer noch auf die Umsetzung der Idee des Konzepts der negativen Einkommensteuer (wer aus eigener Kraft ein soziales Mindesteinkommen nicht erreicht, erhält eine negative Einkommensteuer); das würde Bürokratiekosten erheblich mindern und zugleich für Transparenz sorgen. Die Wirtschaftsminister der Länder waren schon einmal parteiübergreifend dafür, aber angesichts des Kartells der Sozialpolitiker gab es noch nicht einmal einen Diskurs hierüber. 3. So geht es auch einer anderen Idee. Die Bildungsökonomen haben seit langem als Koordinations- , Lenkungs- und Qualitätsinstrument für das Schulwesen die Einführung eines Bildungsgutscheinsystems vorgeschlagen. Hierüber gab es zwar in Deutschland einmal eine Debatte, gehandelt aber haben andere Länder. Das „Volksheim“ Schweden, nicht gerade ein Musterland der Sozialen Marktwirtschaft nach Erhardschen Vorstellungen, hat als Schumpeter-Unternehmer die Idee in die Tat umgesetzt. 4. In Schweden haben die Eltern die freie Wahl, ob sie ihr Kind in eine öffentliche oder private Schule schicken wollen. In beiden Fällen bleibt der Staat für die Finanzierung verantwortlich, indem er Bildungsgutscheine ausgibt, die den Eltern die Wahlmöglichkeit schulformneutral lässt. So entsteht Wettbewerb zwischen den Schulen, den man bekanntlich nicht verordnen kann, sondern der sich im Gegenteil in der Praxis entwickeln wird. Nur über ein solches Finanzierungsmodell lässt sich im übrigen das Postulat des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog rea- Welcher der folgenden Aussagen über Bildungspolitik stimmen Sie vollständig oder überwiegend zu? Vereinheitlichung des Bildungssystems notwendig 91% Ausgelernt: Mehr als zwei Drittel aller Befragten halten das deutsche Bildungssystem für veraltet. Deutsches Bildungssystem ist veraltet Zu wenig vorschulische Förderung Würde mein Kind gerne auf Privatschule schicken 68% 57% 54% 0 20 40 60 80 100 Quelle: ELTERN P.T. MAGAZIN 1/2014

lisieren: Entlasst das Bildungssystem in die Freiheit! 5. Selbstständige Schulen, die im Wettbewerb zueinander stehen und die selbstverständlich Mindeststandards beispielsweise bei Prüfungen einzuhalten haben, steigern die Qualität des ganzen Systems. Das wettbewerbliche schwedische Modell bestätigt das. Über das (Ver-)Ordnungsrecht ist das nicht erreichbar. Im Gegenteil: Die Kreativität und die Innovationsfreude der Akteure werden im heutigen System durch das Gängelband der Ministerialbürokratie behindert. Aus diesem Grund gibt es inzwischen weltweit Nachahmer der schwedischen Innovation. 6. Warum nicht in Deutschland? Warum warten wir Deutschen weiter ab? Warum setzten wir die Erfindung des Bildungsgutscheins – auch eine deutsche marktwirtschaftliche Idee – nicht um? Der Niederländer Marijn Dekkers, Vorsitzender des Vorstands der Bayerwerke, gab vor kurzem in einem Interview die Antwort: „Die Deutschen wollen Fortschritt, ohne etwas zu wagen“. 7. Das Saarland könnte sich auf diesem Gebiet bundesweit, gar europaweit hervortun, wenn es diese Innovation wagen würde. An den Finanzen kann es nicht scheitern. Denn an die Stelle der den Schulen zugeteilten Budgets würde die Zuteilung über Bildungsgutscheine an die Eltern treten – ohne Budgetausweitung. Positiver Nebeneffekt übrigens: Eltern wie Schüler würden erfahren, was Schule kostet. Auch das kann nicht schaden! 8. Wer – auch in den Parteien – mehr Selbstständigkeit der Schulen fordert, müsste, wenn das ernstgemeint ist, zum Anhänger des schwedischen Wegs werden. Die Zukunftsinitiative (ZIS), eine parteiübergreifende bürgerschaftliche Initiative, hat sich für die Selbstständigkeit von Schulen ausgesprochen. Das funktionstüchtige Instrument hierfür hat Schweden erfolgreich getestet. Das Saarland kann für Deutschland im Wettbewerb der Regionen noch das Prädikat des Schumpeter-Unternehmers gewinnen. Es wäre zudem ein Beitrag für viele Ziele: Image, Dachmarke, Allianz für die Sicherung des Fach- und Führungskräftebedarfs seien als Stichworte genannt. n Wir nutzen Energie sinnvoll Reduzieren Sie Ihre Energiekosten durch energieeffiziente Technik! FINALIST Wolfgang Oehm Geschäftsführender Gesellschafter ONI-Wärmetrafo GmbH Preisträger Großer Preis des MITTELSTANDES ONI-Wärmetrafo GmbH Top- Ausbildungsbetrieb 2011 „Ehrenpreis“ für herausragende betriebliche Ausbildungsleistungen Kühlanlagen Lüftungstechnik P.T. MAGAZIN 1/2014 Über den Autor n Dr. Hanspeter Georgi war von 1989 bis 1999 Hauptgeschäftsführer der IHK Saarland. Zudem war er Wirtschaftsminister des Saarlandes. Mitglied des Präsidiums der Oskar-Patzelt-Stiftung. Wärmerückgewinnung Temperiersysteme Druckluftsysteme Maschinenoptimierung Kostenloser Energiesparcheck für Industriebetriebe! ONI-Wärmetrafo GmbH Niederhabbach 17 · D-51789 Lindlar-Frielingsdorf Telefon: +49 2266 4748-0 · Telefax: +49 2266 3927 E-Mail: info@oni.de · Internet: www.oni.de

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