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P.T. MAGAZIN 01/2012

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Evolution pur

Evolution pur Unternehmensführung nach dem Vorbild der Natur Wirtschaft Mit ihren „Zauberpfoten“ klettern Geckos wie angeklebt überall hinauf (Foto: Jürgen Hüsmert/Pixelio.de) Das fraktale Prinzip beim Blumenkohl Romanesco (Foto: Joujou/pixelio.de)

Können Erfolgsrezepte aus der Natur auf die Unternehmensführung übertragen werden? In einer Untersuchung erfolgreicher Unternehmen fanden sich erstaunliche Übereinstimmungen mit den biologischen Prinzipien. Erfolgsrezepte aus der Natur funktionieren seit Jahrmillionen und es gibt sehr erfolgreiche Unternehmen, die es intuitiv der Natur gleich tun. Vom fraktalen Prinzip bis hin zur Symbiose bietet die Natur zahlreiche Anregungen, die in der Unternehmensführung angewendet werden können. Wachsen mit dem fraktalen Prinzip Der Begriff „Fraktal“ bezeichnet das Phänomen, dass die Teilelemente die gleichen Strukturen aufweisen wie das große Element, dem sie angehören. Zu beobachten ist dieses fraktale Prinzip bei Blutgefäßen, Farnen und bei der Blumenkohlart Romanesco. In den 90-er Jahren ging Mettler- Toledo, der Weltmarktführer unter den Waagenherstellern, von der Annahme aus, dass die kleinste unternehmerische Einheit ein Mitarbeiter sei, der wie ein Unternehmen im Unternehmen tickt. Die Hönigsberg & Düvel International Group nutzt auch heute die fraktale Organisation und wuchs damit in den letzten Jahren von 60 auf über 1.200 Mitarbeiter. Das IT-Unternehmen legt sehr viel Wert auf das Thema Selbstverantwortung und auf die Möglichkeit, Entscheidungen rasch zu delegieren. Symbiosen Symbiotische Systeme treten in der Natur häufig auf: von den Putzerfischen, die ihre „Herrchen“ von lästigen Parasiten befreien bis zu Bäumen und Sträuchern, deren Fortbestand nur durch die Bestäubung von Insekten möglich wird. Einige Unternehmen bewegen sich sehr konkret in diese Richtung. Sie helfen ihren Kunden erfolgreich zu sein und wachsen selbst automatisch mit, indem sie ihr Dienstleistungsangebot entsprechend aufbauen. Ein Beispiel hierfür ist Jäger Direkt, ein Unternehmen, das sich auf die direkte Belieferung des Elektrohandwerks spezialisiert hat. Sein erklärtes Ziel ist es, mit einer Fülle von Detaillösungen den Geschäftserfolg seiner Kunden zu verbessern. Balance wahren – Platz für andere lassen Obwohl die Natur mitunter grausam ist, besteht der rote Faden nicht in der Vernichtung, sondern in der friedlichen Ko existenz. In einem größeren Zusammenhang hängt alles voneinander ab. Dieses Denken in Zusammenhängen und Prozessen zieht langsam weite Kreise. Hierzu zählt das Thema Ökobilanz ebenso wie die zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung. Ein Beispiel hierfür bietet KACO new energy, die sehr gezielt darauf achtet, dass die Ressourcen, die zur Herstellung, dem Versand und der Installation ihrer Photovoltaikanlagen verwendet werden, in einem angemessenen Verhältnis zur erwarteten Stromersparnis stehen. Hürden sind zum Überspringen da „Geht nicht, gibt´s nicht“ heißt ein alter Spruch und auch hierfür gibt es in der Natur zahlreiche Anleihen: Geckos, die mit ihren „Zauberpfoten“ wie angeklebt überall hinaufklettern können oder das Storchenehepaar, das mit Millionen anderen Zugvögeln alljährlich, ohne GPS, zielsicher nach Hause fliegt. „Wenn wir das wollen, können wir das auch“ lautet die Parole, die immer mehr Unternehmen ausgeben, um Ziele zu erreichen, die anderen nicht so leicht möglich sind. Eckert & Ziegler Medizintechnik kümmert sich ganzheitlich um Themen der medizinischen Versorgung mit leicht radioaktiven Materialien. Hierzu zählt auch die professionelle Entsorgung dieser Stoffe – ein Prozessschritt, den nur wenige Unternehmen aufgreifen. Je größer die Hürde, umso uneinnehmbarer die Marktposition. Diesen Zusammenhang haben viele Unternehmen erkannt und klettern – im übertragenen Sinne – dazu an senkrechten Wänden hinauf. Fazit Mit ein wenig Beobachtungsgabe bietet die Natur zahlreiche konkrete Anregungen mit viel Symbolkraft, um daraus Schlussfolgerungen für eine erfolgreiche Unternehmensführung zu ziehen. Es lohnt sich, der Natur auf die Finger zu schauen. - Vor allem für Firmen, die systematisch wachsen wollen. ■ Evolutionsökonomik Dieser junge Zweig der Wirtschaftswissenschaft befasst sich mit der Rolle des Wissens. Einflüsse kamen u. a. von Friedrich August von Hayek (Wettbewerb als Entdeckungsverfahren) und Joseph Schumpeter (Wettbewerb als Prozess schöpferischer Zerstörung). Während die klassische Betrachtung annimmt, dass Märkte wirtschaftliche Gleichgewichte bilden, rekonstruiert die Evolutionsökonomik Wirtschaftsprozesse analog zur biologischen Evolution: Ein Gleichgewichtszustand, der anzustreben wäre, existiert für keinen Markt und damit auch für kein Unternehmen. Den permanenten Wettbewerb der Produkte, Unternehmensformen und Wirtschaftssysteme bestehen nur die Wettbewerbsteilnehmer, die sich an die laufend wechselnden Wettbewerbsbedingungen anpassen können. Bedürfnisse kann man als eine Form von Wissen auffassen. Reale Akteure vereinen in sich immer wahres und falsches Wissen und (Handlungs-) Vermögen. Über den Autor Christian Kalkbrenner, Dipl.-Kfm. (univ.), restrukturierte zahlreiche Unternehmen und verhalf ihnen mit schlagkräftigen Marktkonzepten zu neuen Erfolgen. Er ist Autor, Berater, Referent und seit vielen Jahren Experte für Unternehmenswachstum. (Foto: Christian Kalkbrenner) 1/2012 P.T. MAGAZIN 31

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