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P.T. MAGAZIN 01/2011

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Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Lada Niva Renault Twingo

Lada Niva Renault Twingo Design oder Nichtdesign Autos, die niemand braucht Design oder Nichtdesign ist hier die Frage. Autoaffine Journalisten schreiben immer gern über die großartigen Automobile, die alle in Atem halten. Alle großen Marken sind dabei emotional vertreten. Dass auch große Marken Autos bauen, die entweder hässlich sind oder die kein Mensch wirklich braucht, ist eher selten im Fokus der Öffentlichkeit. Werbeabhängigkeiten spielen dabei oft eine nicht unbedeutende Rolle. Im Jahresrückblick haben wir über wunderbare Wagen im P.T. Magazin berichtet. Wir haben uns über Design und Innovationen gefreut. Heute ist es aber an der Zeit, dass wir uns auch mal mit den Missgeburten und Dekadenten der Automobilindustrie beschäftigen. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, pflegte mein Großvater zu sagen. Dieser Satz hat immer noch Bestand, sobald wir auf unsere Straßen blicken und Relikte aus der Vergangenheit der Designer vor uns sehen. Erinnern Sie sich noch an die Auswüchse der Massenautomobilisierung der 50er/60er Jahre: Lloyd, Trabant, Kabinenroller und Co.? Danach fand man zu einer schönen Formensprache, jedoch Verfehlungen gab es zu jeder Zeit. Denken Sie noch an Citroen Ami oder NSU-Prinz? Ich sehe noch das Kopfschütteln vor mir, als der Ford Puma oder Fiat Multipla vorgestellt wurden. Wie sieht das heute aus? Haben wir gelernt, was Design bedeutet oder ist es nach wie vor eine Frage des Geschmacks, der Herkunft und des Anspruchs? Ein Geländesportwagen ist wohl alles oder nichts? Peter Hahne, Fernsehmoderator und Autor, sagte schon in einem seiner Bücher, dass in einer Gesellschaft, in der alles erlaubt ist, auch nichts etwas wert ist. Im philosophischen Sinne kann man das auf den BMW X6 übertragen. Wuchtig, dem Zeitgeist widersprechend, präsentiert er sich seinem Fahrer in Unübersichtlichkeit und martialischer Größe. Um sich am Markt zu etablieren, mussten sogar die üblichen Begrifflichkeiten verändert werden. So ist der X6, gefertigt im Werk Spartanburg (South Carolina/USA), ein Crossover aus Sport Utility Vehicle und Coupé. BMW verwendet die Bezeichnung Sport Activity Coupé (SAC). Die hohe Heckklappe zeigt die Alltagstauglichkeit: Eine Getränkekiste möchte man da nicht hineinheben, denn entweder sie sind im Lendenwirbelbereich gut krankenversichert – oder sie lassen liefern. Um den X6 vom Plattformbruder X5 differenzieren zu können, wurde er sieben Zentimeter flacher. Dafür wuchs er um fünf Zentimeter in die Breite und zwei in die Länge. Das verleiht ihm einen bulligen und athletisch-überzogenen Auftritt. Gibt sich der Bruder X5 im typischen SUV-Segment erwachsen, hat man das Gefühl, der X6 ist der halbstarke Macho vergangener Tage und der Versuch, einem Felsen Turnschuhe anzuziehen. Gran Turismo steht für Tourist mit Rucksack Eine ähnliche Designkrankheit heißt BMW 5er GT. „Dieses Auto ist ein fahrendes Rätsel: Seit BMW den 5er GT vorstellte, fragen sich Experten, wer genau den wunderlichen Grenzgänger zwischen Limousine, Kombi und 62 P.T. MAGAZIN 1/2011

BMW X6 SsangYong Rodius BMW 5er GT Mercedes CLC 220 Geländewagen eigentlich kaufen soll. Eine rechte Antwort darauf lieferte die Testfahrt nicht…“, schreibt das „manager-magazin“. Staunend stehe ich vor dem Heck des 5er GT und vermisse die bayerische Schönheit der Linienführung. Die Anmutung nach einem blechernen Rucksack ist naheliegend. „Unser Anspruch ist es, ein Produkt auf die Straße zu bringen, das in Sachen Wertigkeit alles übertrifft, was den Kunden erwartet“, so die Philosophie der Design-Abteilung von BMW. Für 55.400 Euro haben sie relativ wenig Auto in Sachen Wertigkeit. Freude am Fahren macht eine lange Aufpreisliste, die alles übertrifft, was der Kunde erwartet. Nun, alles ist eine Geschmacksfrage, und dabei belassen wir es auch, denn die Mitbewerber haben mit dem Mercedes CLS, dem Audi A7 oder dem Passat CC bewiesen, was Schönheit sein kann. Der CLC von Mercedes ist ein Stummelcoupé Schauen wir nach Stuttgart. Mercedes hat einen der schönsten Sportwagen auf die Straße gestellt. Der SLS ist ein Superlativ. Dagegen sieht der CLC wie ein stummeliger Unfall aus, der wie eine Design-Notlösung für Bürger mit zu wenig Geld in der Tasche, aber dem Anspruch auf ein Mercedes Sportcoupé anmutet. Der neue CLC läuft in Brasilien vom Band und basiert auf der alten C-Klasse. Er ist für Sportrentner oder für Leute, die gerne Spoiler an ihr Heck schrauben, erfunden worden. Es gibt einen wunderbaren Imagefilm von Mercedes, in dem der alte Gottlieb Daimler seine Visionen von automobiler Zukunft entwickelt. Gott liebt diesen Daimler CLC nicht. Wir haben heute viele schöne Sterne auf der Straße, aber der CLC gehört eher nicht dazu. Der SsangYong Rodius definiert Eigenwilligkeit neu Bei allen diesen Betrachtungen ist allerdings der koreanische Hersteller SsangYong mit seinem Modell Rodius das wohl kurioseste Designbeispiel eines Autos, das hierzulande niemand braucht. Der Wagen hat eine Heckarchitektur, die ihn optisch ins Unendliche streckt und die eher einer automobilen Schrankwand gleicht. Auf knapp 5,13 Metern streckt er sich zwischen Kühlergrill und Auspuffendrohr, überragt damit einen VW T5 Multivan um 24 Zentimeter. In Asien gibt es den Rodius mit bis zu elf Sitzplätzen. Bei uns dürfen bis zu sieben Personen Platz nehmen und noch üppige 875 Liter Gepäck einladen. Englische Designer haben sich an diesem Rodius ausgetobt, und die Marketingexperten sprechen vom „Raumwunder“, um wenigstens einen klaren Vorteil zu schaffen. „Nicht die Schönheit entscheidet, wen wir lieben, sondern die Liebe entscheidet, wen wir schön finden“, heißt es zurecht. Das gilt auch beim Auto nach wie vor. Liebe auf den ersten Blick, wie bei einem Audi A5 oder Zweckehe mit einem Lada Niwa. Verlegenheit mit einem Renault Twingo mit angemalten Wimpern oder die Schrauberliebe zu einem Oldtimer… Sie entscheiden, wer schön ist und wen und was wir lieben. Designer unterbreiten uns nur Angebote, wenn auch ziemlich teure. ■ Prof. Arnd Joachim Garth (Fotos: Wikipedia/CC/ Rudolf Stricker; Wikipedia/CC-2.0/ sergio robot, CC/S400 HYBRID, CC-3.0 OLSDL, CC-3.0/Matthias93, gemeinfrei/BiBi Saint-Pol) 1/2011 P.T. MAGAZIN 63

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