Aufrufe
vor 1 Jahr

PT-Magazi 04 2018

  • Text
  • Unternehmen
  • Menschen
  • Region
  • Unternehmer
  • Unternehmertum
  • Wirtschaft
  • Entwicklung
  • Zukunft
  • Geld
  • Deutschland
Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Gesellschaft

Gesellschaft PT-MAGAZIN 4/2018 © pixabay/CC0 10 Bilanzbetrug als Geschäftsmodell Wie die Weltökonomie in Schieflage gerät Ewig grüßt das Murmeltier „Umverteilung“, wenn von der immer größer werdenden Spaltung aller globalen Gesellschaften in arm und reich die Rede ist. Die Bekämpfung der Ursache fehlt. Als „emeritierter Wirtschaftsanwalt“ kann der Autor nun ein wenig deutlicher auf die Verursacher deuten, die Juristen als Helfer politisch-wirtschaftlichen Machtwillens. Warum kann die EZB oder auch sonst jede Zentralbank „Geld drucken“, sogar jede Bank durch Schaffung von Giralgeld? Weil die Juristen „Geld kraft Gesetzes“ geschaffen haben. Geld ist nicht mehr ein Gegenwert zu echter ökonomischer Leistung. Kredite werden nicht nur aus dem vergeben, was zuvor der Sparer als Einlage eingezahlt hat. Es wird zusätzlich Geld geschaffen, virtuell gedruckt. Geld kraft Gesetzes verschafft dem, der es hat, wirtschaftliche Vorteile, ohne dass er dafür eine Gegenleistung erbringen muss, seit Beginn der „finanziellen Repression“ nicht mal nennenswert Zinsen. Marode Staaten und Unternehmen verschaffen sich das Geld ebenfalls kraft Gesetzes, durch Staatsanleihen, Kredite ohne Sicherheiten usw. Der Handel börslich und außerbörslich funktioniert (in Gesamtvolumina über dem Weltbruttosozialprodukt), weil Broker und dahinter stehende Banken mit Garantieerklärungen für Kurzzeitkredite gerade stehen, scheitern Deal und Marging-Call auf breiter Front, ist die Finanzkrise da und der Steuerzahler darf retten, so bestimmt es Politik qua Gesetze. Der nächste juristische Trick ist die Bad Bank. Während jeder Mittelständler vor der Insolvenz zittern muss, weil er als GmbH-Geschäftsführer meist persönlich für Ausgaben in der Krise privat herangezogen wird, hat der Manager dieses Banktyps freie Hand. Eigentlich müsste er nach den Insolvenzregeln ja Insolvenz anmelden, aber als Bad Bank darf man weiter machen. Ebenso der Staat. Außer Liechtenstein führt kein Staat seinen Haushalt wie ein Unternehmen, z.B. mit Rückstellungen für Investitionen, Pensionen usw. Es sieht eben schöner aus, „nur“ zwei Billionen statt sechs Billionen Verbindlichkeiten zu „haben“(offen zu legen). Beim nächsten Trick können sich die Juristen, die sich das ausgedacht haben (Legalität solcher Praktiken gelten als Schutzschild, mit der fehlenden Legitimität hat das aber nichts zu tun), auf ihre Freunde von der Volkswirtschaft verlassen, beim Bruttoinlandsprodukt (BIP), der Summe aller Waren und Dienstleistungen, Maßstab für alle Volkswirtschaften weltweit. Auch hier ein potemkinsches Dorf: Wer als Beamter seine Vergütung erhält, aber seit Jahren dienstunfähig ist, erhöht mit jeder Gehaltszahlung in dieser Höhe das Bruttosozialprodukt. Wer als Mutter drei Kinder großzieht und zahlreiche Dienstleistungen erbringt, taucht in dieser Fiktion der Wirtschaftsleistung (BIP) nicht auf. Wie beim Kredit ohne Einlage und ohne Gegenleistung ist das, was nichts wert ist (Nichtleistung des Beamten) juristisch ein voller Wert, die echte Leistung (der Mutter) aber ohne Wert. Im

Geldverkehr wiederum hat das durch harte Arbeit erwirtschaftete Geld eine überlegene Konkurrenz durch das virtuell gedruckte Geld, denn von beidem kann man sich was kaufen. Damit sind wir beim zentralen Denkfehler der Zentralbanker, der sich offenbar eingenistet hat, weil das mit 240,3 % des BIP superverschuldete Japan (das seit seinem Crash 1990 den Weg geht, den USA und Europa seit der Finanzkrise 2008 gingen, Staatsanleihenkäufe, Nullzinspolitik, Erhöhung der Staatsverschuldung, keine Ausländer, Überalterung) immer noch „lebt“. Man denkt offenbar tatsächlich, dass man mit einem Spagat das Überleben der Volkswirtschaften sichern kann: Man druckt Geld, gibt es aber nur den Finanzmärkten. Diese stimulieren über die Erhöhung der Asset-Preise (Kunst, Gold, Immobilien, Aktien) die Wirtschaft. Da das Geld nicht in die Wirtschaft der „kleinen Leute“ gepumpt wird, gibt es da keine Enteignung qua Inflation. Sind die Ökonomien so gut gelaufen, dass die Löhne erhöht werden müssen, kommt die Inflation und man stellt die Geldpumpen ab. Welch schönes Wunschdenken einer Giralgeld-Münchhausen-Ökonomie, die sich selbst mit dem Gelddrucktrick aus dem Sumpf zieht. Die Zeche zahlen z.B. alle Zinsanleger (Einnahmeausfall), alle guten Unternehmen (die schlechten machen ihnen weiter Konkurrenz, z.B. Bad Banks), alle kleinen und mittleren Mittelständler (die mit Eigenkapital gegen virtuelle Geldarmeen antreten müssen) und die Steuerzahler (höhere Steuereinnahmen durch niedrige Zinsen fließen nicht an die Bürger zurück, sondern in neue Wahlgeschenke). Ökonomisch kommt es noch dicker: Da die Globalisierung alle Schutzwälle einreißt, kann jedes Land so handeln wie beschrieben, virtuelles Geld drucken, ruinöse Staatsunternehmen am Leben lassen, aggressive nationale Konzerne von der Leine lassen, um mit „Geld kraft Gesetzes“ ganz reale Unternehmen im Ausland zu kaufen, Firmen aus China z.B. in den USA und Europa. Der Wettlauf um die betrügerischsten Einsätze (virtuelles Geld plus gefälschte Bilanzen der Staaten und Firmen mit Staatsnähe) im globalen Roulette ist schon im vollen Gange, Bordeaux-Weine gehören Chinesen, bald auch Daimler und Deutsche Bank. Von Politikern wird man hören, das sei alles Quatsch und wenn nicht, könne man doch nichts machen, da die „anderen“ ja so weiter machten. Das sind Ausflüchte fauler Denker oder lobbyistischer „Volksvertreter“. Die Blaupausen für eine Lösung wurden nach der Weltwirtschafts- und Bankenkrise 1929/1931 entwickelt, es fehlt nur der Mut zur Nutzung. ó Über den Autor Dr. Volker Gallandi war über 30 Jahre im Wirtschafts- und Finanzsektor (Immobilien- und Wertpapierkapitalanlagen) als Rechtsanwalt tätig und ist Autor und teilnehmender Beobachter im Bereich Recht und Wirtschaft. 11 PT-MAGAZIN 4/2018 Gesellschaft © Fineas - stock.adobe.com

Jahrgänge

PT-Magazin 01 2019
PT-Magazin 02 2019, Erfolg, Experten
PT-Magazin 03 2019
PT-Magazin 04 2019
PT-Magazin 06 2018
PT-Magazin 05 2018
PT-Magazi 04 2018
PT-Magazin 03 2018
PT-Magazin 02 2018
PT-Magazin 01 2018
PT-Magazin 06-2017
PT-Magazin_05_2017
PT-Magazin_04_2017
PT-Magazin_03_2017
PT-Magazin_02_2017
PT-Magazin_02_2017_Regional
PT-Magazin_01_2017
PT-Magazin_06_2016
PT-Magazin_5_2016
PT-Magazin_4_2016_komplett
PT-Magazin_4_2016_regional
PT-Magazin_03_2016_Komplett
Magazin_03_2016_Regional
PT-Magazin_02_2016_Komplett
PT-Magazin 01_2016_Immer wieder Neues wagen
PT-Magazin_06_2015
PT-Magazin_06_2015_regional
Pt-Magazin_5_2015_regional_OPS Netzwerk.pdf
P.T.MAGAZIN 03/2015
P.T. MAGAZIN 02/2015 - Regional
P.T. MAGAZIN 02/2015
P.T. MAGAZIN 01/2015
P.T. MAGAZIN 06/2014
P.T. MAGAZIN 05/2014
P.T. MAGAZIN 04/2014
P.T. MAGAZIN 03/2014
P.T. MAGAZIN 01/2014
P.T. MAGAZIN 06/2013
P.T. MAGAZIN 05/2013
P. T. MAGAZIN 04/2013
P.T. MAGAZIN 03/2013
P.T. MAGAZIN 02/2013
P.T. MAGAZIN 01/2013
P.T. MAGAZIN 01/2011
P.T. MAGAZIN 02/2011
P.T. MAGAZIN 03/2011
P.T. MAGAZIN 04/2011
P.T. MAGAZIN 05/2011
P.T. MAGAZIN 06/2011
P.T. MAGAZIN 06/2012
P.T. MAGAZIN 05/2012
P.T. MAGAZIN 04/2012
P.T. MAGAZIN 03/2012
P.T. MAGAZIN 02/2012
P.T. MAGAZIN 01/2012

Anzeigenformate, Hinweise und AGB

Anzeigenformate 2019
Anzeigenpreisliste 2019
Anzeigenpreisliste - Regional 2019
Anzeigenpreisliste Special-Partner 2019
Anzeigenpreisliste - Regional - Special-Partner 2019
technische Angaben_Druckvorlagen 2019
Kurzporträt 2019
Online Mediadaten 2019
Online Mediadaten Special-Partner 2019